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    Home»Nachrichten»Brexit wird Medikamentenengpässe in Deutschland weiter verschärfen

    Brexit wird Medikamentenengpässe in Deutschland weiter verschärfen - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion21.12.19↻ 21.12.22
    Foto: Tabletten, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Tabletten, über dts Nachrichtenagentur

    Die deutschen Arzneimittelimporteure erwarten durch den Brexit eine weitere Verschärfung der Medikamentenengpässe in Deutschland.

    Merzig (dts Nachrichtenagentur) - "Die Knappheit am europäischen Arzneimittelmarkt könnte sich im nächsten Jahr mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU noch verschärfen. Wir befürchten, dass wir nach dem Brexit nicht mehr in Großbritannien Medikamente einkaufen können. Gleichzeitig kann Großbritannien weiter in der EU Medikamente einkaufen. Dann ist der Markt schnell im Ungleichgewicht", sagte Jörg Geller, Vorstand des Verbands der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) und Präsident des europäischen Dachverbands der Arzneimittelimporteure (EAEPC), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben).

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    Großbritannien sei heute nach Frankreich das zweitwichtigste Einkaufsland für Medikamente. Aktuell sind 274 Lieferengpässe beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gemeldet. 2018 kamen 12,9 Prozent aller verschreibungspflichtigen Arzneimittel in Deutschland aus dem Import. Die Einsparungen für die Krankenkassen und Patienten beziffert Geller auf rund 264 Millionen Euro. Geller fordert die Politik auf, den Druck auf die Pharmakonzerne zu erhöhen.

    Pflicht zur Meldung von Engpässen

    "Ziel muss sein, dass die Hersteller die notwendige Menge an Medikamenten produzieren, damit die Warenversorgung in Europa wieder funktioniert. Es muss eine Pflicht für eine längere Lagerreichweite geben und eine Pflicht, die Knappheit frühzeitig zu melden." Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein so reiches Land wie Deutschland mit einer Arzneimittelknappheit kämpfen müsse. Die Ursache der Medikamentenengpässe liege bei den Herstellern. "Die Pharmahersteller verursachen die Knappheit, weil sie zu wenig Medikamente herstellen und auf den Markt bringen", sagte Geller.

    Hersteller als Problem?

    "Viele Hersteller schotten durch Quotierungen und Rabattverträge bei patentgeschützten Präparaten die Märkte zusätzlich ab. Manche Produzenten schließen sogar ganze Länder von der Belieferung aus, weil ihnen dort die Verkaufspreise zu niedrig sind. Dadurch wird künstlich eine Knappheit erzeugt." Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert ein Gesetz, um Engpässe zu vermeiden. "Schon im Rahmen der Rabattverträge müssten Sanktionen vereinbart werden, sollten Lieferungen nicht eingehalten werden." Komme es zu Umstellungen für Patienten, müsse die Preisdifferenz vom Hersteller bezahlt werden, dessen Medikament nicht verfügbar ist.

    "Es darf nicht weiterhin so sein, dass Patienten bei Engpässen zuzahlen müssen, während die Hersteller dafür nicht zur Kasse gebeten werden." Für Medikamente und Wirkstoffe, bei denen immer wieder Engpässe auftauchen, sollte die Produktion am besten nach Deutschland zurückverlagert werden, so Lauterbach. "Ohne Gesetz verändert sich hier nichts." Die Hersteller sind nach Worten von Lauterbach die Hauptschuldigen der Arzneimittelengpässe: "Die Pharmaunternehmen kalkulieren zu knapp und nehmen Engpässe billigend in Kauf, um am Ende daraus noch Gewinne zu schlagen. Verlierer sind die Patienten, Versicherten und Ärzte, die unter der problematischen Versorgungslage leiden und durch Zuzahlungen zur Kasse gebeten werden."

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