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    Home»Nachrichten»Lauterbach kritisiert Spahn für Tonfall in Abtreibungsdebatte

    Lauterbach kritisiert Spahn für Tonfall in Abtreibungsdebatte » Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion18.03.18↻ 04.07.23

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für dessen Tonfall in der Abtreibungsdebatte kritisiert.

    "Mich wundert, dass sich Gesundheitsminister Jens Spahn weiter zu vielen sachfremden Themen äußert. Wir haben eigentlich genug Arbeit in der Gesundheitspolitik vor uns etwa in der Pflege. Seine Einlassungen zum Thema Abtreibungen erachte ich als Zuspitzung, die die Debatte noch schwerer machen", sagte Lauterbach der "Welt" (Montagsausgabe).

    "Der Vorwurf, die Frauen kümmerten sich mehr um den Tierschutz als den Schutz ungeborener Kinder, kommt in einem Ton daher, den wir nicht brauchen." Spahn hatte der "Bild am Sonntag" mit Blick auf den Streit zwischen Union und SPD über das geltende Werbeverbot für Abtreibungen gesagt: "Mich wundern die Maßstäbe: Wenn es um das Leben von Tieren geht, da sind einige, die jetzt für Abtreibungen werben wollen, kompromisslos."

    In der Debatte über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche werde hingegen manchmal gar nicht mehr berücksichtigt, dass es um ungeborenes menschliches Leben gehe. "Der Minister sollte sich vielmehr hinter die Frauen, die sich diese Entscheidung nie leichtmachen, und die Ärzte stellen", forderte Lauterbach. "Wer den Eindruck erweckt, es würde für Abtreibung geworben, der sagt nicht die Wahrheit."

    Das Werben - egal für welche medizinische Leistung - verbiete das Standesrecht bereits. Hier gehe es um die "nötige Information". Solange Abtreibung grundsätzlich erlaubt sei, müsse ein Arzt darüber aufklären können, sagte Lauterbach. "Ein Minister, der sich dagegen ausspricht, erweckt den Eindruck, diese erlaubte medizinische Leistung sei unmoralisch. Das geht nicht. Dann gibt es bald keine Ärzte mehr, die das machen. So werden die Frauen gezwungen, selbst abzutreiben oder ins Ausland zu gehen."

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