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Martin Walser verteidigt Merkels "Wir schaffen das" ▷ Nachrichten 29.01.2016

Angela Merkel

Angela Merkel (Archivbild: Drop of Light | Shutterstock)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Schriftsteller Martin Walser hat das Bonmot “Wir schaffen das” von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigt. “Was Angela Merkel gemacht hat, war großartig”, sagte Walser im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin “Focus”. “In Deutschland wurde zum ersten Mal welt­be­wegend menschlich reagiert.”

In seinem neuen Buch “Ein sterbender Mann” habe er nicht widerstehen können, seinen Romanhelden einen “Bericht an die Regie­rung” schreiben zu lassen, in dem er vorschlägt, jeder deutsche “Hausbesitzer solle einen Flüchtling aufnehmen: eine Million Hausbesitzer bringen eine Million Flüchtlinge unter.” Angela Merkels Satz “Wir schaffen das” stimmt Walser ausdrücklich zu: “Es ist doch klar, wir haben doch gar keine andere Möglichkeit mehr, als es zu schaffen. Alles andere wäre viel schlimmer. Wir haben nach 1945 viel mehr schaffen müssen und wir haben es geschafft in einer viel, viel schlechteren wirtschaft­lichen Lage.”

Das Wort “Integration” bezeichnete Walser als “widerlich” und berichtet von einer dunkelhäutigen Frau, die er kennenlernte: “Sie telefonierte und sprach ein wundervolles Deutsch. Sie hat lauter Worte und Wendungen benutzt, die man nur benutzt, wenn man in Deutschland ganz und gar zu Hause ist. Zu Hause ist! Ihre Heimat ist hier. Wer so in der Sprache angekommen ist wie diese Frau, ist ein Einheimischer.” Walser betrachtet sich als sehr heimatverbundenen Schriftsteller, den seine Geburtsstadt Wasserburg am Bodensee geprägt hat. Aber: “Mein Wasserburg gibt es nicht mehr”, die Veränderungen der Zeit seien unaufhaltsam: “Heute ist Wasserburg die Heimat anderer Menschen, und die haben ein Recht darauf, es zu ihrer Heimat zu machen, so wie ich damals Wasserburg zu meiner machte.” Sich dagegen zu sperren, habe keinen Sinn: “Wenn es heute heißt, unser Land wird sich verändern, kann ich nur antworten: Aber ja, es hat sich immer verändert und wird sich immer weiter verändern.”

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