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Auch der Kampf gegen Rechts braucht Hirn
Nazis und Ossis zu beschimpfen ist kein Beitrag gegen Rassismus

Archivbild: Demo in Zweibrücken 2009

Archivbild: Demo in Zweibrücken 2009 (Foto: rkl_foto / Shutterstock)

In den sozialen Medien läuft derzeit ein Wettbewerb, an dem sich inzwischen auch die deutsche Spitzenpolitik beteiligt: Wer kann vermeintliche Nazis am derbsten beschimpfen?

Lesezeit: 2 Minuten

Und dafür gibt es viel dumpfen Applaus! Damit wiederholt sich, was man schon bei PEGIDA erfolglos versucht hat. Man kann Ausgrenzung nicht mit Ausgrenzung bekämpfen. Wer „Asylgegner“ entmenschlicht, wandelt auf eben den ideologischen Pfaden, deren Vertreter er eigentlich bekämpfen will.

Gewissensplacebo

Diese Menschen sind nun mal da. Die verschwinden nicht, wenn man sie beschimpft. Sie werden auch nicht plötzlich sagen „Ja, stimmt. Ich bin dumm. Ich bin Pack.“ und ihre Meinung ändern. Im Gegenteil: Man verstärkt damit das Gefühl der Ausgrenzung und bestätigt sie auf ihrem Irrweg. Für „Nazi-Bashing“ bekommt man vielleicht den billigen Applaus seiner Freunde und schluckt ein Gewissensplacebo, doch „etwas getan“ zu haben. Besser macht man dadurch genau gar nichts.

Ablenkungsmanöver

Die Politik nimmt diese Stimmung gerne auf. Lenkt die Konzentration auf rechtsradikale Exzesse doch hervorragend von den eigenen Versäumnissen in der Integrations- und Flüchtlingspolitik ab. Es verdeckt die wahren Ursachen von Flucht und verstärkt den Ruf nach einfachen Lösungen.

Wenn man Rechtsradikalismus zurückdrängen will, muss man langfristig in den Kampf gegen politischen Extremismus investieren. Genauso wie Rassismus und Fremdenhass nicht plötzlich auftauchen, verschwinden sie auch nicht nach dem einem Druck auf den „magischen Knopf“.

Dialog, Aufklärungsarbeit und Ursachenbekämpfung sind natürlich anstrengender als ein paar schnelle Schmähungen vor den gierigen Fernsehkameras.

Gauck und die „Dunkeldeutschen“

Gänzlich im Ton vergriffen hat sich Bundespräsident Gauck, der gegen „Dunkeldeutschland“ wetterte. Ein Begriff, der 1994 Kandidat für das „Unwort des Jahres“ war und die Ostdeutschen in einem Maß herabwürdigt, das sämtliche diffamierenden Synonyme übertrifft.

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