Reise
Die dramatischen Folgen des Massentourismus

massentourismus

Der Boom des Tourismus hat weitreichende Folge (Foto: soloway | Bigstock)

Wir alle brauchen von Zeit  zu Zeit Erholung; Geist und Körper verlangen nach Veränderung. Manchmal genügen ein paar Kilometer um Abstand vom Alltag zu gewinnen, manchmal treibt uns das Fernweh aber weiter weg. Doch der Massen- und Konsumtourismus und der allgegenwärtige Reisetrend hinterlassen in sozialer, wirtschaftlicher, politischer und umweltrelevanter Hinsicht problematische Spuren.

700 Mio. Menschen auf Auslandsreise

Laut Welttourismusorganisation unternehmen jährlich etwa 700 Millionen Menschen eine Auslandsreise, fast doppelt so viele wie vor 15 Jahren. Auch der Großteil von uns hat schon Grenzen überschritten. Die Frage lautet oft nicht mehr, ob jemand in den Urlaub fährt, sondern wohin.

ANZEIGEN

Lust auf das Unbekannte

Über 70 Prozent der Reisen der Österreicher und Deutschen gehen ins Ausland. Dort sind die Preise meist günstiger, die Menschen scheinen freundlicher und das Klima ist besser. Dort in der Ferne lockt das Fremde, das Unbekannte, das Neue, auf das man sich für kurze Zeit einlassen kann, welches man zumindest bestaunen und fotografieren kann. Dort im Urlaub lockt eine Welt, die so ganz anders scheint als die heimische. Die einzigen zu bewältigenden Aufgaben sind am Erleben und Genießen ausgerichtet: Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Lachen und Schlafen. Sich eine schöne Zeit machen, was kann es Schöneres geben?

Ökologische Folgen des Massentourismus

Massentourismus
Ist die Natur auf der Flucht vor den Urlauberinvasionen?

Mit Tourismus lässt sich viel Geld verdienen. Die Tourismusindustrie ist weltweit einer der am schnellsten anwachsenden Wirtschaftsbereiche. Doch der lokalen Bevölkerung kommen die Gewinne nur selten zugute.

Weitreichende ökologische Folgen

Die ökologischen Folgen sind weitreichend: wachsende Umweltprobleme, hoher Land- und Wasser, aber vor allem auch enormer Energieverbrauch. Jeder Fluggast verbraucht auf dem Weg von Europa bis an den Äquator so viel Energie, wie ein/e durchschnittliche/r Autofahrer/in in sieben Monaten verfährt. Aber auf der anderen Seite wird dem Tourismus auch eine wichtige Rolle beim Erhalt der natürlichen Ressourcen zugesprochen. Zielländer müssen, um als Urlaubsdestination attraktiv zu bleiben, landschaftliche Schönheiten schützen. Nationalparks und andere Schutzgebiete wären wohl ohne die Aussicht auf eine touristische Vermarktung nie eingerichtet worden.

Vermarktung von Traditionen

Auch in sozialer und kultureller Hinsicht wirkt sich der Tourismus aus: Durch das Aufeinandertreffen mit fremden Kulturen und Verhaltensweisen verändern sich lokale Strukturen; häufig werden soziale Ungleichgewichte verstärkt. Traditionelles Brauchtum und Kunsthandwerk wird vermarktet und oft zur Ware degradiert.

Sanfter Tourismus – Die Lösung?

Massentourismus
Zerstört der moderne Tourismus alte Kulturen?

Respekt vor fremden Kulturen

Reisen und Tourismus ist ein vielschichtiges Themenfeld mit negativen sozialen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Folgewirkungen. Es gilt, Formen des Reisens zu fördern, ein „sanftes“ Reisen, welches sich um den Respekt vor fremden Kulturen, soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit und die Mitsprachemöglichkeit der lokalen Bevölkerung bemüht.

Mitbestimmung durch die Einheimischen

Aber vor allem ist es wichtig, die Betroffenen mitbestimmen zu lassen. Das heißt, die örtliche Bevölkerung soll sowohl an der Tourismusplanung als auch an dem Gewinn beteiligt werden. Dörfer können selbst über die Höhe der Touristenzahlen entscheiden. Sie gründen Tourismuskomitees, die sich um die Einnahmen kümmern. Es gibt auch drei Konzepte – Wirtschaftsinteressen, Schutz der Umwelt und soziale Gerechtigkeit – die heute unter einen Hut gebracht werden müssen.

Wenn Sie auf Urlaub fahren, sollten Sie auch immer auf die lokale Bevölkerung achten. Es ist auch sehr interessant, neue Kulturen zu entdecken. „Die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, mit neuen Augen zu sehen“, sagte Marcel Proust (1871–1922).

Kulturen sind schon immer entstanden und verschwunden. Das passiert nicht erst in Zeiten des Massentourismus. Der Wille, immer alles konvervieren zu wollen, war schon immer ein rückwärtsgewandter. Wie seht Ihr das? Haltet Ihr den Tourismus auch für schädlich? Schreibt uns Eure Meinung! Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

ANZEIGEN
Kommentieren?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
5,00 von 55 Stimmen
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:

« Video: Dieser Typ hat die volle Kontrolle
» So hält Dein Smartphone Akku mehrere Tage

Trackback-URL: