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    Home»Nachrichten»Bundesregierung prüft Verzicht auf Raketenschutz für eigene Jets

    Bundesregierung prüft Verzicht auf Raketenschutz für eigene Jets - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion02.04.23
    Regierungsjet, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Regierungsjet, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung prüft bei ihren neuesten Regierungsflugzeugen auf ein Selbstschutzsystem gegen Raketenbeschuss zu verzichten. Diese Systeme, die Raketen per Laser ablenken, sind weltweit bei Regierungsmaschinen Standard. Ursprünglich war geplant, die drei Maschinen vom Typ A350 ab diesem Jahr nach und nach mit dem Raketenschutz aufzurüsten.

    Wie die "Bild am Sonntag" berichte, erklärte das Verteidigungsministerium nun auf eine Anfrage des CDU-Haushälters Ingo Gädechens: "Der Vorschlag des Inspekteurs der Luftwaffe, auf die Umrüstung von Selbstschutzsystemen zugunsten einer höheren Flottenverfügbarkeit zu verzichten, wurde seitens des Ministeriums aufgegriffen und wird aktuell unter Abwägung von Kosten, Nutzen und Risiken einer Bewertung unterzogen." Der Einbau des Raketenschutzes, über den auch schon die alten Kanzlerflieger vom Typ A340 verfügten, soll pro Maschine etwa sechs Monate dauern. In der Zeit wäre der jeweilige Flieger nicht für die Regierung einsetzbar. Derzeit befragt das Verteidigungsministerium die Hauptnutzer der A350-Masschinen (Kanzler, Bundespräsident, Außenministerin), was sie davon halten, bis auf weiteres ohne Schutz gegen Raketenangriffe durch die Welt zu fliegen. Zumindest das Kanzleramt hat einem Verzicht zugestimmt. Harte Kritik kommt vom Verteidigungsexperten Gädechens. Er sagte der "Bild am Sonntag": "Was für ein irrer Plan aus dem Verteidigungsministerium. Wir haben wieder Krieg auf europäischem Boden. Und die Regierung kommt auf die Idee, die Schutzsysteme der neuen Regierungsflieger zu streichen." Die Bundesregierung schweigt offiziell und verweist darauf, sich zu sicherheitsrelevanten Fragen grundsätzlich nicht zu äußern. Als die neuen Regierungsflieger vom Typ A350 im Jahr 2019 bestellt wurden, war der Einbau der Raketenabwehr noch fest eingeplant. Die Gesamtkosten für Anschaffung der Maschinen bezifferte das Verteidigungsministerium gegenüber dem Haushaltsausschuss mit 1,2 Milliarden Euro, für die Einrüstung des Selbstschutzsystems wurden 229 Millionen veranschlagt.

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