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    Home»Nachrichten»Bundesregierung wägt KI-Risiken nicht systematisch ab

    Bundesregierung wägt KI-Risiken nicht systematisch ab - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion18.01.22↻ 09.04.22
    Tastatur, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Tastatur, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung und ihre Behörden haben mehr als 80 Projekte im Einsatz oder geplant, die unter dem Schlagwort Künstliche Intelligenz (KI) zusammengefasst werden. Das geht aus der Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Anke Domscheit-Berg hervor, über die "Zeit-Online" berichtet. Die Antwort zeigt demnach, dass eine systematische Risikobewertung der Projekte kaum stattfindet.

    Das Robert-Koch-Institut etwa nutzt Daten aus den sozialen Medien, um mögliche Entwicklungen oder Ausbrüche von Infektionskrankheiten frühzeitig vorherzusagen. Das Bundeszentralamt für Steuern durchsucht automatisiert das Internet nach Hinweisen auf Umsatzsteuerbetrug. Das Bundesamt für Migration durchsucht mithilfe maschinellen Lernens Anhörungsprotokolle im Asyl- und Sicherheitsbereich. Die Antwort auf die Frage, ob sogenannte Risikoklassenmodelle angewendet werden, um Entscheidungen für oder gegen den Einsatz eines selbstlernenden Systems zu treffen, lässt darauf schließen, dass das in der großen Mehrheit der Fälle nicht so ist. Damit setzen Bundesregierung und Behörden Empfehlungen nicht um, die Fachgremien in zum Teil jahrelanger Tätigkeit erarbeitet haben. "Sowohl die Enquetekommission des Bundestages als auch die Datenethikkommission haben darauf verwiesen, wie wichtig eine Risikoklassenanalyse ist", sagte Domscheit-Berg "Zeit-Online". Fachleute machen immer wieder darauf aufmerksam, dass von automatisierten Entscheidungsprozessen Risiken ausgehen können. Verzerrungen in den analysierten Daten können die von der KI getroffenen Vorhersagen - etwa im Bezug auf Asylentscheidungen oder Steuerbetrug - entsprechend verfälschen. Diese Gefahren beziehe die Bundesregierung zu wenig in ihre Überlegungen ein, sagte Domscheit-Berg. "Die meisten Behörden haben weder Ahnung noch Bewusstsein für die Risiken."

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