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    Home»Nachrichten»Bundesregierung will Rodungen für Agrarrohstoffe stoppen

    Bundesregierung will Rodungen für Agrarrohstoffe stoppen - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion08.04.20↻ 16.11.21

    Wald, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Wald, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Für in Deutschland verkaufte Lebensmittel sollen künftig keine Wälder mehr in anderen Teilen der Erde zerstört werden. Das ist das Ziel entsprechender Leitlinien, die das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschließen will, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Demnach werden möglichst zu 100 Prozent "entwaldungsfreie Lieferketten" bei Agrarrohstoffen wie Soja oder Palmöl angepeilt.

    Das solle durch "klare kontrollierbare Selbstverpflichtungen der Wirtschaft", entsprechende Zertifizierungen und Aufklärung der Verbraucher erreicht werden, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) der NOZ. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden jährlich etwa 8,8 Millionen Hektar Wald weltweit gerodet. Besonders betroffen sind die Tropen. Auf 80 Prozent der Flächen wird im Anschluss Landwirtschaft betrieben. "Wenn Wälder aktiv zerstört werden, dann ist das fatal. Es betrifft uns alle, wenn weltweit Raubbau betrieben wird", so die CDU-Politikerin. Sie verwies auf die Bedeutung der Wälder für Klima und Artenvielfalt. Es reiche nicht aus, nur den Wald in Deutschland zu schützen, so Klöckner, "auch importierte Waldzerstörung müssen wir verhindern". Die Agrarministerin sagte, dass Deutschland mit den entsprechenden Leitlinien eine Vorreiterrolle innerhalb der Europäischen Union einnehme. Deutschland hatte sich allerdings bereits 2014 in internationalen Vereinbarungen dazu bereit erklärt, bis 2020 entwaldungsfreie Lieferketten anzustreben - die Fortschritte sollen dieses Mal durch ein Gremium überwacht werden, welches sich aus Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammensetzen soll, berichtet die NOZ unter Berufung auf eigene Informationen. Angedacht ist neben Zertifizierungen entsprechender Lieferketten auch die Förderung etwa von "entwaldungsfreien" Mahlzeiten in Kantinen. In der Landwirtschaft soll der Anbau alternativer Futterpflanzen zu Soja vorangetrieben werden.

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