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    Home»Nachrichten»Ex-Generalinspekteur Naumann für Aussetzen der Wehrpflicht

    Ex-Generalinspekteur Naumann für Aussetzen der Wehrpflicht - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion01.08.10

    Bundeswehrsoldaten, dts Nachrichtenagentur
    Foto: Bundeswehrsoldaten, dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte über ein mögliches Aussetzen der Wehrpflicht hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Rückendeckung vom ehemaligen Generalinspekteur Klaus Naumann (1991 bis 1996) bekommen. "Ein Grundwehrdienst von sechs Monaten macht militärisch gesehen wenig bis keinen Sinn, bindet eine Unmenge Personal, erhält eine umfangreiche Wehrersatzorganisation am Leben und verschlingt somit Geld, das für eine Armee im Einsatz an anderer Stelle dringend benötigt wird", sagte Naumann der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Auch wenn man gesellschaftspolitisch wahnsinnig viel aufgeben würde, sei ein Aussetzen der Wehrpflicht "besser als die Lösung, die diese Koalition beschlossen hat".Anzeige

    Naumann sprach sich - wie Guttenberg - aber dafür aus, die Wehrpflicht im Grundgesetz verankert zu lassen. "Erstens wäre er im gegenwärtigen Zustand der innenpolitischen Landschaft nicht sehr gut beraten, die Verfassung zu ändern - wofür man eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag benötigt", sagte er der "Welt". Zum anderen sei es mit einem hohen Risiko behaftet, "wenn man ein Institut wie die allgemeine Wehrpflicht erst im Zustand der Krise wieder einführen will". General Naumann war von 1991 bis 1996 der ranghöchste Soldat in Deutschland. Zu Beginn seiner Amtszeit fingen im Verteidigungsministerium damals die Vorbereitungen für die bis dahin größte Truppenreform an. Fusioniert mit der Nationalen Volksarmee, musste die Bundeswehr von 600.000 auf 340.000 reduziert werden, sagte Naumann. Auch damals hätten Haushaltszwänge schon eine Rolle gespielt. Heute sieht der Ex-Generalinspekteur aber auch Einsparmöglichkeiten in der Verwaltung mit immerhin 90.000 Mann. "Der Minister wäre gut beraten, wenn er nicht nur die Streitkräfte in ihrem Personalumfang betrachtet", riet Naumann. Hinzu komme, dass die Bundeswehr nach 2000 zu kopflastig geworden sei. "Es gibt viel zu viele Häuptlinge und leider zu wenig Indianer. Und die Indianer braucht man."

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