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    Handelsverband: Handel würde weiteren Lockdown nicht verkraften - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion18.11.21↻ 20.01.22
    Innenstadt von Emden mit geschlossenen Geschäften, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Innenstadt von Emden mit geschlossenen Geschäften, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, spricht sich gegen strengere Regeln in seiner Branche aus. "Einen weiteren Lockdown könnten viele Händler nicht mehr wegstecken", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagausgabe). Denn: "Der Handel ist nachgewiesenermaßen kein Infektionsherd."

    Aus seiner Sicht sind Lockdown-Maßnahmen im Einzelhandel "weder rechtlich möglich noch tatsächlich nötig". Die "Ampel"-Koalitionäre schlössen dies zurecht aus. Hygienekonzepte, die Maskenpflicht beim Einkaufen sowie neue Lüftungsanlagen in Einkaufszentren und Geschäften würden wirken. Dass der Einzelhandel erneut in der Lage wäre, einen Lockdown wegzustecken, bezweifelte Genth. "Wir würden sicherlich eine Vielzahl von Geschäftsaufgaben und Insolvenzen erleben. In der Folge würden die Innenstädte enorm leiden und die Leerstände weiter ansteigen." Viele Händler stünden auch heute noch auf der Kippe und seien auf ein gutes Weihnachtsgeschäft angewiesen, um ein schwieriges Jahr noch zu retten. Was die Kontrolle von 3G und 2G-Regelungen durch die Händler angeht, sagte der Handelsverbands-Chef: "3G- oder 2G-Zugangsbeschränkungen sind im Einzelhandel nicht notwendig, die Hygienekonzepte und die Maskenpflicht gewährleisten einen hervorragenden Pandemieschutz." Bisher sei nur in Baden-Württemberg eine solche Regelung vorgesehen, sobald dort eine bestimmte Warnstufe bei einer Überlastung der Krankenhäuser erreicht werde. Die umfassende Kontrolle solcher Konzepte mit Zugangskontrollen könne "in Geschäften mit hohen Kundenzahlen nicht funktionieren". Da bildeten sich schnell lange Schlangen vor den Geschäften und in den Fußgängerzonen. Das sei aus Pandemiegründen nicht erstrebenswert. "Grundsätzlich sind 2G- oder 3G-Regelungen für den Einzelhandel weder angemessen noch praktikabel", findet Genth. Für das Weihnachtsgeschäft im stationären Bereich rechnet Stefan Genth im November und Dezember mit einem Umsatz von zwei Prozent für den gesamten Einzelhandel. "Insgesamt gibt es sicherlich besondere Risiken für das Weihnachtsgeschäft: Der weitere Verlauf der Pandemie und die möglicherweise anstehenden beschränkenden Maßnahmen, die bestehenden Logistikprobleme oder auch die erhöhte Inflation. Aber es gibt auch positive Einflussfaktoren wie hohe Sparguthaben oder den stabilen Arbeitsmarkt. Insofern setzen wir weiter auf das Weihnachtsgeschäft und bleiben bei unserer Prognose." Leere Regale aufgrund der Auswirkungen von Lieferengpässen befürchtet der HDE-Hauptgeschäftsführer indes nicht. Sicher könne es vorkommen, dass einzelne Produkte nicht verfügbar seien. Er befürchte vielmehr, "dass wir die aktuellen Lieferprobleme dann nach dem Abverkauf der Waren im Weihnachtsgeschäft erst im ersten Quartal des kommenden Jahres richtig spüren werden."

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