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    Home»Nachrichten»HDE befürchtet volle Geschäfte, Warteschlangen und Hamsterkäufe

    HDE befürchtet volle Geschäfte, Warteschlangen und Hamsterkäufe - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion19.01.21↻ 01.09.22
    Schlange stehen vor Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Schlange stehen vor Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Handelsverband Deutschland warnt vor verkürzten Öffnungszeiten des Lebensmittelhandels infolge möglicher nächtlicher Ausgangsbeschränkungen. "Der Einkauf von Lebensmitteln sollte als triftiger Grund definiert und von Ausgangsbeschränkungen befreit werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) im Vorfeld der geplanten neuen Verschärfungen der Corona-Regeln durch Bund und Länder. "Je früher eine Ausgangssperre ansetzt, desto problematischer wird die Versorgung mit Lebensmittel."

    Genth warnte vor zu vollen Geschäften, Warteschlangen und möglichen Hamsterkäufen. Genth befürchtet, dass bei der Verhängung nächtlicher Ausgangssperren zu viele Verbraucher wieder in den Hauptzeiten einkaufen müssten, statt über den Tag und die Woche verteilt. "Die Höchstzahl von einem Kunden pro 10 Quadratmeter müsste wieder häufiger genutzt werden. In den Läden würde es dadurch voller werden", sagte Genth. "Die Entzerrung, die wir zugunsten des Infektionsschutzes erreicht haben, würde damit geopfert werden." Insbesondere die arbeitende Bevölkerung sei auf Einkaufszeiten am Abend und in den Randzeiten angewiesen. "Wir werden dann wieder Warteschlangen vor den Geschäften sehen." Genth schließt zudem nicht aus, dass bei knapperen Öffnungszeiten viele Kunden wieder mit Hamsterkäufen reagieren werden. Im Fall von Ausgangsbeschränkungen fordert der HDE-Chef zudem Sonderregeln für die Mitarbeiter, damit sie länger unterwegs sein dürften.

    "Denn sie müssen vor und nach Ladenschluss nicht nur die Regale füllen, sondern auch noch nach Hause kommen." Der HDE-Hauptgeschäftsführer warnt davor, dass im Einzelhandel ohne schnelle Staatshilfen 50.000 Pleiten drohen. "Allein 2020 gingen 36 Milliarden Euro Umsatz verloren. In diesem Januar wird ein Umsatz von rund 16 Milliarden Euro fehlen, soviel war es im Vorjahr", rechnet Genth vor. "Der Handel hat sein Eigenkapital aufgebraucht und kann nicht mehr allein aus eigener Kraft durch den Lockdown kommen - erst recht nicht bis Ostern. Das ist unmöglich." Der Verband kämpft seit Wochen für eine Anpassung der Wirtschaftshilfen. "Es fehlt nicht an Geld, sondern an dessen Auszahlung", kritisierte Genth. "Die 200.000 Unternehmen des Nicht-Lebensmittel-Einzelhandels haben 2020 nur 90 Millionen Euro der Milliardenprogramme erhalten. Daran sieht man, dass die Hilfen nicht funktioniert haben." Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Überbrückungshilfen vereinfachen. "Wir sehen darin ein gutes Signal. Wir brauchen deutlich höhere Auszahlungssummen, damit auch große Filialisten unterstützt werden können", sagte Genth.

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