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    Home»Nachrichten»Kinos erwarten Streik-Auswirkungen auch in Deutschland

    Kinos erwarten Streik-Auswirkungen auch in Deutschland - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion24.07.23
    Kino (Archiv), über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Kino (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

    Berlin/München (dts Nachrichtenagentur) - Die deutschen Kinos erwarten, dass der Schauspielerstreik in Hollywood langfristig auch hierzulande Auswirkungen haben könnte. "Bei einem längeren Streik-Zeitraum werden wir dies auch in Deutschland zu spüren bekommen, da große besucherstarke Kinofilme für unser Publikum fehlen", sagte Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Branchenverbands HDF Kino, der dts Nachrichtenagentur. Allgemein ließen sich die Auswirkungen allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau vorhersagen, da vieles von der Streikdauer abhänge, fügte sie hinzu.

    Als Reaktion fordert der Kinoverband von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), in der Neuaufstellung der Förderung "unbedingt den publikumsstarken deutschen Kinofilm zu fördern und zu unterstützen". Es gelte, diesen langfristig zu stärken. "Während der Pandemie wurde bereits klar, wie wichtig der deutsche Kinofilm für unsere Unabhängigkeit gegenüber amerikanischen Produktionen ist", sagte Berg. Die Auslandsvermarktung des deutschen Films erwartet unterdessen, dass die Streik-Auswirkungen für deutsche Produktionen vorerst wahrscheinlich weniger zu spüren sein werden. "Das betrifft eher große internationale Co-Produktionen, die unter anderem mit US-Schauspielern besetzt werden", sagte German-Films-Geschäftsführerin Simone Baumann in München der dts Nachrichtenagentur. Entscheidend sei hier aber auch jeweils der Zeitpunkt des Drehbeginns, fügte sie hinzu: "Die Effekte sind also von Projekt zu Projekt verschieden." Dass sich durch den Streik die Chancen für deutsche Produktionen auf internationalen Märkten wesentlich erhöhen, glaubt sie derweil nicht. Vieles hänge jetzt davon ab, wie die kommenden großen Festivals wie Locarno, Venedig und vor allem Toronto mit dem Streik und der damit verbundenen Präsentation neuer US-Filme umgingen, so Baumann. Für die Festivalbetreiber werde es jetzt wichtig sein, Alternativpläne vorzubereiten. Von dem Arbeitskampf sind nicht nur laufende Produktionen betroffen, sondern auch bereits fertiggestellte Filme und Serien müssen ohne öffentliche Werbeauftritte der Stars auskommen. Mitte Juli waren die geltenden Tarifverträge zwischen der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) ausgelaufen. Nachdem man sich in den vierwöchigen Verhandlungen nicht auf neue Regelungen einigen konnte, waren die Schauspieler in den Streik getreten. Es ist das erste Mal seit 1960, dass sie gleichzeitig mit den Drehbuchautoren streiken. Die in der Gewerkschaft WGA organisierten Autoren hatten bereits Anfang Mai die Arbeit niedergelegt. Im Kern geht es in dem Tarifkonflikt unter anderem um Vergütungen in Zeiten von Streaming sowie eine Regulierung des künftigen Einsatzes von KI.

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