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    Home»Nachrichten»Konfliktforscher Zick: Antisemitismus wird "aktionsorientierter"

    Konfliktforscher Zick: Antisemitismus wird "aktionsorientierter" - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion11.10.19↻ 09.01.23

    Synagoge in Halle (Saale), über dts Nachrichtenagentur[/caption]
    Foto: Synagoge in Halle (Saale), über dts Nachrichtenagentur

    Bielefeld (dts Nachrichtenagentur) - Für Konfliktforscher Andreas Zick ist die Tat von Halle nicht überraschend gekommen, da die Forschung seit mehr als fünf Jahren eine Radikalisierung in weiten Teilen der Gesellschaft beobachtet. "Der Antisemitismus ist im Rechtsextremismus ein Kernelement. Wenn sich die Szene radikalisiert und seit 2015 die Parole ausgibt, sich in den Widerstand zu bewegen, dann war es zu erwarten, dass der Antisemitismus als ein einigendes Element auch immer hasserfüllter und aktionsorientierter wird", sagte der Forscher der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Die Tat und der Ablauf zeigten, "wie professionell die Radikalisierung verlaufen kann", so der der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld: "Dazu gehörten Waffen- und Uniformbeschaffung, die Produktion von Ideologien und Videos." Bei Juden in Deutschland müsse man von einem "immensen Bedrohungsgefühl" ausgehen, sagte Zick mit Verweis auf eine Befragung von 500 jüdischen Menschen im Sommer 2016. "Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was jüdische Menschen im Alltag erleben", fügte er hinzu.

    Für sie sei es nun wichtig, "sichtbare Sicherheit und Solidarität" zu erleben. "Sie müssen sehen können, dass der Antisemitismus nicht als Ausnahme, ungewünschte Abweichung oder Krankheit beurteilt wird", so Zick. Um Rechtsextremismus und Antisemitismus zu bekämpfen, sprach sich Zick für eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung aus: "Ich würde zu einer genauen Fallanalyse raten, die nicht nur kurz in Behörden abläuft, sondern systematisch mit der Frage einhergeht, wie jene, die präventiv agieren können, sich besser miteinander verbinden können." Die Politik müsse Beratung und Begleitung einholen: "Dass es ohne die Forschung nicht weitergeht, sollte allen klar sein."

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