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    Krankenhäuser reduzieren Corona-Betten - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion19.09.20↻ 16.11.21
    Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

    Die deutschen Krankenhäuser halten trotz steigender Infektionszahlen immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für Patienten frei, die schwer am neuartigen Coronavirus erkrankt sind.

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die baden-württembergische Landesregierung hat in dieser Woche entschieden, dass künftig statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Betten für diese Patienten reserviert werden sollen.

    In Berlin schon seit Juni nur noch 10 Prozent

    Sie folgte damit der Entwicklung in anderen Bundesländern. In Berlin sind bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-19-Patienten reserviert, Niedersachsen folgte Mitte Juli. In Bayern und Brandenburg müssen die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-19-Patienten freihalten, Hamburg schaffte die Quote im August ab. Anfang September kippte auch Sachsen-Anhalt die Regelung ganz. Allein in Rheinland-Pfalz sind Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz.

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    Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnte davor, auf die Quotenregelungen zu verzichten. "Grundsätzlich finde ich es angesichts der aktuellen Infektionslage richtig, wenn ein Anteil von etwa zehn Prozent der Intensivbetten für Covid-Patienten freigehalten wird", sagte Reinhardt der FAS. Es sei aber nicht nötig, jedes dritte Bett freizulassen, wie es Baden-Württemberg lange von den Kliniken verlangte. "Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen", sagte Reinhardt.

    Für die Entscheidung, die Quote auf zehn Prozent zu senken, sei es deshalb "höchste Zeit" gewesen. Wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Verlauf geben sollte, bliebe den Kliniken genügend Zeit, die Kapazitäten hochzufahren. Anders als zu Beginn der Pandemie haben die deutschen Krankenhäuser inzwischen keine Engpässe mehr bei Beatmungsgeräten. Mediziner fürchten aber, dass die Covid-19-Patienten bei einer zweiten Welle der Infektionen nicht gut auf die Krankenhäuser verteilt werden.

    Zudem fehle es an Personal auf den Intensivstationen. Götz Geldner, der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Anästhesisten, sagte der FAS: "Bei einem starken Anstieg von schweren, intensivpflichtigen Covid-Fällen wird es beim Intensivpflegepersonal Engpässe geben." Es gebe nicht genügend gutausgebildetes Personal. Die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten war seit Anfang August konstant zwischen etwa 220 und 250 gependelt, obwohl die Zahl der Neuinfektionen seitdem deutlich anstieg. An diesem Samstag stieg allerdings auch die Zahl der Intensivpatienten deutlich an auf 260, den höchsten Wert seit etwa sechs Wochen. Gemessen an der vom RKI geschätzten Zahl der aktiven Infektionen ist der Anteil der Intensivpatienten aber mit 1,3 Prozent weiter relativ gering. Im Mai und Juni hatte der entsprechende Wert bei fast zehn Prozent gelegen.

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