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    Home»Nachrichten»Künstler fühlen sich von Politik im Stich gelassen

    Künstler fühlen sich von Politik im Stich gelassen - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion16.05.20↻ 16.11.21

    Wegen Corona geschlossene Theaterkasse, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Wegen Corona geschlossene Theaterkasse, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Kulturbranche fühlt sich in der Coronakrise von der Politik vernachlässigt. Es sei Zeit, "auf den Putz zu hauen", sagte der Schauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie Ulrich Matthes dem "Spiegel". Vielen freischaffenden Kollegen gehe es finanziell schlecht.

    Er habe die Maßnahmen der Politik für den Lockdown insgesamt verstanden und begrüßt. Aber wenn die Fußballer jetzt laut würden, müssten es Kulturschaffende auch sein. Der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken von der Band BAP fordert einen Kulturgipfel, bei dem Künstler ihre Anliegen an die Politik adressieren können. Axel Müller, Saxofonist aus Niedeckens Band, hatte am Sonntag einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin, den Bundeswirtschaftsminister und die Staatsministerin für Kultur verfasst, in dem er die mangelnde Hilfe der Politik für freie Kulturschaffende beklagt. "Um es emotional auszudrücken: Ich fühle mich degradiert, im Stich gelassen." Er sehe sich sogar gezwungen, die Musik als Beruf aufzugeben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte dem "Spiegel": "Die Erfahrung mit einer solchen Krise hat ja keiner, da gibt es kein Drehbuch. Jetzt sind alle dabei, Hilfsprogramme nachzujustieren." Ein Konjunkturprogramm des Finanzministeriums, das im Juni verabschiedet wird, sieht explizit Hilfen für Kulturschaffende vor. Doch im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen fallen die Stützen vergleichsweise gering aus. Sie sollen nach "Spiegel"-Informationen nicht einmal einen "mittleren einstelligen Milliardenbetrag erreichen", so heißt es im Finanzministerium, also vermutlich deutlich weniger als fünf Milliarden Euro. Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) verweisen auf die Hilfsmaßnahmen der Länder: "Der Bund kümmerte sich bisher kaum um die Kultur, wir in Berlin schon", sagt Lederer.

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