Wer ein neues Medikament verschrieben bekommt, sollte sich in der Apotheke vergewissern, wie es richtig einzunehmen ist. Nicht immer werden Arzneien einfach geschluckt. „Manche Tabletten sollen im Mund zerfallen oder sich unter der Zunge oder in der Wangentasche auflösen“, erklärt Dr. Andreas Kiefer, Apotheker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI), in der „Apotheken Umschau“.
Bestimmte Kapseln müssen zerbissen werden, denn ihr Wirkstoff wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. „Die meisten Fehler sind allerdings nicht auf irrtümliches Schlucken von Tabletten zurückzuführen“, weiß der Pharmazeut, „sondern auf unerlaubtes Teilen.“ Eine Kerbe ist zum Beispiel kein sicheres Zeichen, dass die Tablette geteilt werden kann, sie dient manchmal auch nur als Unterscheidungsmerkmal.
Die entsprechenden Informationen gehören zur „Bringschuld“ des Apothekers. „Er ist dazu verpflichtet, sich zu vergewissern, ob der Patient verstanden hat, wie er sein Arzneimittel einnehmen oder anwenden soll“, erklärt Kiefer.
