
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser (SPD) sieht die neuen Länder mittlerweile als "Aufstiegs- und nicht Aufholregion". Das steht in ihrem 124 Seiten starken Jahresbericht 2026, der am Mittwoch vorgestellt wurde.
Die zusammengetragenen Daten zeigen allerdings, dass die Unterschiede zum Westen in zentralen Bereichen fortbestehen. Immerhin: Erstmals stammen über 100 Führungskräfte in obersten Bundesbehörden aus Ostdeutschland. Der Anteil stieg auf 16,3 Prozent (+0,8 Prozent, mit Berlin), ohne Berlin liegt er bei 8,9 Prozent. "Ein positiver Trend", heißt es im Bericht, "aber von einer gleichwertigen Vertretung entsprechend dem Bevölkerungsanteil von rund 20 Prozent erscheint dies noch entfernt."
Besonders deutlich wird die Schieflage in der Richterschaft: Zwar stieg der Anteil ostdeutscher Richter an obersten Bundesgerichten erstmals über die 10-Prozent-Marke - doch das liegt auch daran, dass die Gesamtzahl der Richter zurückging.
Der Bericht benennt auch eine der hartnäckigsten Ungleichheiten: In vier Jahrzehnten DDR gab es quasi keinen privaten Vermögensaufbau. Bis heute liegen die Vermögen in Ostdeutschland deutlich unter denen im Westen. Ein ostdeutscher Haushalt verfügt im Schnitt über 150.000 Euro, ein westdeutscher über 350.000 Euro.
