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    Home»Nachrichten»Rente mit 67: Vollzeitarbeit bei Älteren äußerst niedrig

    Rente mit 67: Vollzeitarbeit bei Älteren äußerst niedrig - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion02.12.10

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Gut ein Jahr vor Einführung der Rente mit 67 sind die Beschäftigungsquoten für 63- und 64-Jährige noch äußerst niedrig. Dies ergibt sich aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken und eigenen Berechnungen der Partei, die der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) vorliegen. Danach hatten im März 2010 nur 8,3 Prozent der Männer und 3,4 Prozent der Frauen mit 64 Jahren noch einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob.Anzeige

    Etwas besser sieht es den Angaben zufolge bei den 63-Jährigen aus: Hier betrug die Beschäftigungsquote, die den Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Gesamtzahl der jeweiligen Altersgruppe in der Bevölkerung angibt, bei den Männern 19,3 und bei den Frauen 7,9 Prozent. Bei Arbeitnehmern mit einem Teilzeitjob sind die Werte noch niedriger. Der rentenpolitische Sprecher der Linken, Matthias Birkwald, erhebt deshalb gegen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Mitte November ihren Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze und zur Beschäftigungssituation der älteren Arbeitnehmer vorlegte, schwere Vorwürfe: "Die lausig niedrigen Beschäftigungsquoten für 64-Jährige hätten im Bericht der Bundesarbeitsministerin genannt werden müssen." Von der Leyen hätte einen Bericht nach dem Motto "schön, schöner, geschönt" vorgelegt und irrelevante Zahlen als Erfolge bejubelt, sagte er der SZ. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums wies diese Vorwürfe zurück: "Wer den Blick auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verengt, blendet aus, dass viele 64-Jährige als Selbständige oder als Beamte tätig sind oder in dem Alter freiwillig nicht mehr arbeiten." Entscheidend für einen vollständigen Start der Rente mit 67 im Jahr 2029 sei ohnehin der Trend am Arbeitsmarkt für Ältere, und der sei eindeutig positiv. Das Ministerium hatte in seinem Bericht darauf verwiesen, dass die Erwerbsdauer seit Jahren länger werde. So hat sich die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2009 betrug sie 23,4 Prozent. Sie ist damit viel stärker gestiegen als bei den jüngeren Arbeitnehmern. Der Bericht enthält zwar Angaben zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach ihrem Einzelalter. Es fehlen aber detaillierte Angaben über die Beschäftigungsquoten für die Gruppe der 63- und 64-Jährigen, die kurz vor Eintritt in den Ruhestand stehen. Der Sozialbeirat der Bundesregierung, der jedes Jahr einen Bericht zur Situation der Rentenversicherung vorlegt, schreibt in seinem Gutachten für das Jahr 2010, dass noch mehr getan werden müsse, um die Erwerbschancen älterer Arbeitnehmer zu verbessern. Dies gelte vor allem für die Bereiche "Bildung und Weiterbildung, Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation", heißt es in dem Gutachten, das der SZ vorliegt. Die auf Grund des demografischen Wandels stark wachsende Gruppe der Menschen im Alter von 50 Jahren und darüber müssten die Unternehmen viel stärker als bisher "in Beschäftigung halten". Dies setze jedoch "erhebliche Anstrengungen" voraus: Denn einerseits schieden stark besetzte gut qualifizierte Jahrgänge der heute älteren Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben aus. Andererseits könnten die geburtenschwachen und dazu noch schlechter qualifizierten Jahrgänge "keinen adäquaten Ersatz bieten". Die Gutachter warnen deshalb: "Es gibt somit keine Automatik, dass sich infolge des demografischen Wandels die Arbeitsmarktchancen der Älteren wesentlich verbessern."

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