Das ist ein harter Vorwurf: Angeblich soll Kultsänger Boy George den jungen Dänen Auden Carlsen zum Oralverkehr gedrängt haben, obwohl er wusste, dass Carlsen HIV-positiv ist.
Die Vorwürfe kamen vor Gericht ans Licht: George steht wegen Freiheitsberaubung unter Anklage, nachdem er Carlsen, der bei einem Begleitservice arbeitet, während eines Nacktfotoshootings in seiner Londoner Wohnung mit Handschellen fesselte und mit einer Kette auspeitschte.
Der verteidigende Anwalt Adrian Waterman fragte Carlsen gestern im Gerichtssaal: "Sie hatten George gesagt, dass sie HIV-positiv sind, und er wollte dennoch Oralverkehr mit Ihnen?" Die Antwort schockte alle Anwesenden. "Sehr richtig. Nach fünf Sekunden sagte ich 'Nein'", beschreibt Carlsen die dramatische Situation.
Der 29-Jährige berichtet außerdem, dass George sehr wütend darüber gewesen sei, dass er keinen Sex mit dem Sänger haben wollte. "Als er Sex wollte, sagte ich ihm, dass ich dafür nicht da wäre", erklärt der Kläger, und begründet seine Unlust so: "Er ist nicht jemand, den ich als attraktiv empfinde."
George kann scheinbar kein 'Nein vertragen, sinniert Carlsen weiter, und ergänzt: "Er war ziemlich wütend darüber, dass ich keinen Sex mit ihm haben wollte. Ich denke, das war der Auslöser warum er ausgerastet ist."
Der auf den bürgerlichen Namen George ODowd hörende Musiker und sein Begleiter hatten sich auf einer Schwulen-Website kennengelernt. Im vergangenen Januar buchte der Star Carlsen dann als Model für ein Fotoshooting.
Der junge Mann besuchte den 47-jährigen Exzentriker zu Hause, wo das versaute Shooting stattfand. Währenddessen soll George angeblich versucht haben, Carlsen oral zu befriedigen. Zusätzlich ist von Kokainmissbrauch die Rede. Letztendlich durfte Carlsen nach 12 Stunden das Haus verlassen und erhielt 230 Euro Gage. George seinerseits warf daraufhin dem Jüngling vor, seinen Computer manipuliert zu haben, was Carlsen allerdings dementierte.
Nach der Begegnung begann George angeblich damit, Carlsen mit "bizarren" Emails zu bombardieren. In einigen davon regte sich der Musiker über wiederholte Hack-Versuche auf seinen PC auf und schrieb, eine "fixierte Lesbe" versuche von Amerika aus, in sein System einzudringen.
Später entschuldigte sich George für die Mails und erklärte, er habe Carlsen nur virtuell "verprügeln" wollen. Die beiden trafen sich schließlich im April 2007 erneut.
Carlsen beschreibt, dass das Treffen anfangs wie das Erste ablief. Wieder nahmen die Männer Kokain, und wieder zogen sie ein Nacktshooting durch. Dann allerdings sollen Boy George und ein Freund Carlsen angeblich gefesselt und überfallen haben. Dem Gericht liegen Beweisfotos vor, die Carlsens Verletzungen vor allem an Kopf und Armen zeigen. Boy George steht zu den Fesseln, bestreitet jedoch, Carlsen gegen seinen Willen festgehalten zu haben.
