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    Home»Nachrichten»Studie: Zwei Drittel der Mitarbeiter im öffentlichen Sektor erleben Gewalt im Job

    Studie: Zwei Drittel der Mitarbeiter im öffentlichen Sektor erleben Gewalt im Job - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion19.02.20↻ 17.11.21

    Schreibtisch, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Schreibtisch, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Zwei Drittel (67 Prozent) aller Beschäftigten im öffentlichen Sektor haben in den vergangenen zwei Jahren Gewalt im Job erlebt. Dies geht aus einer aktuellen Befragung von 2.000 Beschäftigten durch das Umfragezentrum Bonn im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervor, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten. Mehr als jeder Zweite sei beleidigt (58 Prozent) oder angeschrien worden (55,6 Prozent), fast jedem Dritten (30 Prozent) sei Gewalt angedroht worden.

    Jeder Zwanzigste sei nicht nur mit einer Waffe bedroht, sondern sogar damit angegriffen worden, heißt es in der DGB-Studie. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass die Gewalt in den vergangenen zehn Jahren zugenommen habe. Befragt wurden unter anderem Mitarbeiter bei der Bahn, der Post, in Verkehrsbetrieben und der Polizei. Die Attacken im Job zögen oft gesundheitliche Folgen nach sich wie Angst, Stress (41,3 Prozent) und Schlafstörungen (57,8 Prozent), heißt es in der Studie weiter. 30 Prozent würden krankgeschrieben, rund 15 Prozent stationär oder psychotherapeutisch behandelt. Mehr als jeder Dritte möchte sogar die Arbeitsstelle oder Tätigkeit wechseln. Ein Drittel der Betroffenen habe ihren Vorgesetzten noch nicht mal die Übergriffe gemeldet, da sie nicht mit Unterstützung rechneten, heißt es in der Studie. "Die Beschäftigen im öffentlichen Bereich sind oftmals die Blitzableiter für Versäumnisse der Politik", kritisierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Unzufriedenheit der Bürger hänge oft auch mit dem fehlenden Personal zusammen. "Um alle anstehenden Aufgaben erfüllen zu können, müsste der Staat in den kommenden Jahren mindestens 110.000 neue Vollzeitstellen schaffen - zusätzlich zu den rund 115.000 Stellen, die jedes Jahr aus Altersgründen neu zu besetzen sind", so die DGB-Vizechefin weiter. Sie forderte zudem, dass alle Übergriffe erfasst werden müssten. Der Plan von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), einen Ombudsmann in seinem Ministerium gegen Gewalt einzusetzen, reiche nicht. "Zu oft wird das Thema kleingeredet. Alle Vorgesetzten müssen hier mehr Sensibilität zeigen und solche Vorfälle ernst nehmen", sagte Hannack den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Ursachen für die zunehmende Aggression und Gewalt ist aus Sicht der Betroffenen vielfältig: Die meisten (92 Prozent) meinten, dass es in der Gesellschaft teilweise an Respekt gegenüber anderen Menschen mangele. 86 Prozent der Befragten glaubten, dass an den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Frust am Staat ausgelebt werde, heißt es in der Studie. Um sich besser vor Kunden zu schützen, forderten 79 Prozent der Betroffenen mehr Schulungen zur Deeskalation, Sicherheitstechnik und Personal.

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