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    Home»Nachrichten»Thüringer Verfassungsschutz: Corona-Demo Erfolg für rechte Szene

    Thüringer Verfassungsschutz: Corona-Demo Erfolg für rechte Szene - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion02.09.20↻ 16.11.21
    Demo von Corona-Skeptikern, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Demo von Corona-Skeptikern, über dts Nachrichtenagentur

    Erfurt (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, sieht in der Berliner Corona-Demonstration vom Wochenende einen Erfolg für die rechtsextremistische Szene. Politik und Sicherheitsbehörden müssten sich für derlei Ereignisse künftig besser wappnen, sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben). "Es gab eine überdurchschnittliche Mobilisierung in der rechtsextremistischen Szene in Thüringen", so Kramer.

    "Da wurden teilweise eigene Veranstaltungen abgesagt, um am Wochenende nach Berlin zu fahren." Es sei "klar" gewesen, "wohin die Reise geht", so Kramer. "Wenn unter den 20.000 Demonstranten tausend Rechtextremisten waren, dann ist das natürlich keine Dominanz." Aber die Rechtsextremisten hätten mit relativ wenig Einsatz eine Großveranstaltung gekapert und eine Woche lang für Schlagzeilen gesorgt. "Sie haben also mit relativ wenig Aufwand viel erreicht." Der Präsident des Landesverfassungsschutzes äußerte sich besorgt über die Wirkung der Demonstration in die eigene Szene hinein. Sie verlaufe nach dem Motto: "`Schaut, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam was machen.` Das provoziert auch noch mehr Spinner, die sagen: `Denen zeig ich`s mal`", warnte Kramer. Das Vorgehen in Berlin habe den längst bekannten Methoden etwa der Identitären Bewegung entsprochen, so Kramer: Es gehe darum, mit symbolträchtigen Aktionen an symbolträchtigen Orten möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhaschen. Auf dieses Prinzip könne man sich einstellen und jeweils genügend Polizeikräfte vor Ort haben, "um wichtige symbolträchtige Orte" wie das Reichstagsgebäude "zu schützen, damit sie nicht missbraucht werden können". Bei Verstößen gegen Auflagen müsse man Demonstrationen tatsächlich offensiv auflösen, "zur Not mit Wasserwerfern", so Kramer. Zugleich rief der Verfassungsschutzchef zu "ein bisschen mehr Souveränität" im Umgang mit den Folgen auf: "Diese Diskussion über eine Bannmeile um den Reichstag halte ich für völlig verfehlt", sagte Kramer dem RND. Genau darauf hätten die Rechtsextremisten gezielt, um behaupten zu können: "`Aha, jetzt schützt sich die Obrigkeit hinter Mauern und Gräben.`" Der Neonazi-Szene gehe es "immer darum zu zeigen, wie unfähig dieser Staat ist", so Kramer. "Über dieses stete Herausfordern des Rechtsstaates muss man sich mehr Gedanken machen."

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