
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der CDU-Parlamentarier Sascha van Beek warnt angesichts des Lungenpest-Verdachts in Russland vor blinden Flecken bei der weltweiten Gesundheitsüberwachung.
Van Beek, der auch Berichterstatter für internationale Gesundheitspolitik in der Unionsfraktion ist, sagte der "Rheinischen Post" (Donnerstag): "Der Verdachtsfall zeigt grundsätzlich, wie wichtig belastbare Informationen und funktionierende internationale Frühwarnsysteme sind. Gerade in Zeiten von Krieg und geopolitischen Spannungen dürfen bei der globalen Gesundheitsüberwachung keine blinden Flecken entstehen." Er fügte hinzu: "Der Rückzug der USA aus der WHO macht diese Aufgabe schwieriger."
Van Beek sagte: "Umso wichtiger ist die Arbeit des WHO Pandemic Hub in Berlin, den Deutschland auch künftig verlässlich unterstützt. Hier werden Daten und Expertise international zusammengeführt, um Gesundheitsgefahren möglichst früh zu erkennen. Das ist absolut im deutschen Eigeninteresse."
Auch die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" mahnt angesichts des Lungenpest-Verdachts in Russland eine bessere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten an. Der Geschäftsführer der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Christian Katzer, sagte der "Rheinischen Post": "Krankheitserreger machen nicht an Grenzen halt. Deshalb ist globale Gesundheitsprävention eine gemeinsame Investition in den Schutz von Menschenleben." Er fügte hinzu: "Unsere Erfahrung aus Ebola-, Cholera- und Masernausbrüchen zeigt: Der wichtigste Faktor ist Zeit. Je früher Fälle erkannt und Informationen transparent geteilt werden, desto besser lassen sich Ausbrüche eindämmen. Dafür braucht es starke Gesundheitssysteme und eine internationale Zusammenarbeit, die auch in politisch schwierigen Zeiten funktioniert."
Katzer weiter: "Gerade angesichts zunehmender Krisen und sinkender Mittel für die globale Gesundheit ist es riskant, an funktionierenden Frühwarnsystemen, Laborkapazitäten und Gesundheitspersonal zu sparen, denn sie sind der wirksamste Schutz gegen die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten. Wenn diese Strukturen weiter geschwächt werden, steigt das Risiko, dass lokale Gesundheitskrisen zu regionalen oder globalen Bedrohungen werden."
