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    Verteidigungsexperten haben Zweifel an Bewerberlage der Bundeswehr - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion24.03.21↻ 15.11.21
    Bundeswehr-Soldaten, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Bundeswehr-Soldaten, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Verteidigungspolitiker des Bundestages haben Zweifel daran geäußert, ob die Bundeswehr mit ihrer gegenwärtigen Bewerberzahl ihren Personalbedarf decken kann. "Ich glaube, dass die aktuelle Bewerberzahl von rund 100.000 pro Jahr nicht wirklich reicht, um `die Besten` für die Bundeswehr zu gewinnen und vor allem den Aufwuchs der Truppe zu gewährleisten", sagte FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger" (Mittwochausgaben) zur Aussetzung der Wehrpflicht, die der Bundestag vor zehn Jahren am 24. März 2011 beschlossen hatte. Sie halte die Bundeswehr "für einen sehr guten Arbeitgeber", aber die Truppe habe riesige Schwächen die Ausrüstung und damit die Einsatzbereitschaft betreffend.

    "Wenn jemand Hubschrauberpilot werden will, sollte der Hubschrauber auch fliegen, sonst kriegen wir die jungen, ambitionierten Männer und Frauen nicht, die wir für einen solchen Dienst brauchen", so Strack-Zimmermann. Grünen-Sicherheitspolitiker Tobias Lindner sagte den Zeitungen: "Die Bewerberzahl von rund 100.000 pro Jahr für die Truppe reicht knapp aus, um Personal für die Truppe zu gewinnen, wenn die Bundeswehr nicht größer als 185.000 Soldatinnen und Soldaten wird." Denn der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt um die besten Kräfte und der demografische Wandel schlügen auch hier durch. "Heute muss nicht mehr jeder Soldat alles können, sondern die Streitkräfte sind bis in die Mannschaften hochspezialisiert." Die Bundeswehr soll allerdings auf 203.000 Soldaten aufwachsen. Lindner äußerte sich überzeugt, dass die Wehrpflicht, die seit 1. Juli 2011 ausgesetzt, aber nicht abgeschafft ist, nicht wieder Praxis werde. "Die Wehrpflicht alten Stils ist tot. Man könnte sie auch ganz abschaffen, aber ich garantiere Ihnen auch so: Die Wehrpflicht wird nicht wieder kommen." Der Deutsche Bundeswehrverband (DBwV) sieht die Truppe bei der Nachwuchsgewinnung ausreichend aufgestellt. DBwV-Vize, Hauptmann Andreas Steinmetz, sagte den Zeitungen: "Die Bundeswehr hat grundsätzlich eine gute Bewerberlage und kein echtes Nachwuchsproblem." Dennoch stehe sie natürlich in Konkurrenz mit der Wirtschaft. "Um da zu bestehen, muss sie ein attraktiver Arbeitgeber sein. Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit schon viel getan, um die Attraktivität zu steigern, aber da muss noch mehr passieren." Selbst für eine Armee mit 203.000 Soldaten würde die gegenwärtige Bewerberzahl wohl reichen, sagte Steinmetz. Es sei aber "eine Herausforderung", die aktuell angestrebte Truppenstärke zu erreichen, allein schon aus demoskopischen Gründen. "Der Haushalt reicht nebenbei auch nicht aus, um das alles zu finanzieren." 203.000 Soldaten seien ein "sehr ambitioniertes Ziel". Das Verteidigungsministerium teilte auf Anfrage der Zeitungen mit, 2020 seien insgesamt 139.000 Bewerbungen für zivile und militärische Stellen bei der Bundeswehr eingegangen, 5.000 Bewerbungen mehr als noch 2019. "Wir konnten in der Bundeswehr damit trotz der derzeitigen Pandemielage die höchste Gesamtbewerberzahl seit sechs Jahren verzeichnen", sagte eine Sprecherin den Blättern.

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