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    Blutet die deutsche Wirtschaft aus? » Unternehmer warnen

    Zum einjährigen Jubiläum der schwarz-roten Bundesregierung zieht die Stiftung Familienunternehmen und Politik eine vernichtende Bilanz und warnt vor dem schleichenden Niedergang des deutschen Wirtschaftsmodells.
    Sebastian FiebigerSebastian Fiebiger06.05.26
    Blutet die deutsche Wirtschaft aus?
    Blutet die deutsche Wirtschaft aus? (Foto:; asharkyu | Shutterstock)

    Die Stiftung Familienunternehmen und Politik hat anlässlich des einjährigen Bestehens der schwarz-roten Koalition deutliche Kritik an der Bundesregierung geübt. Vorstand Rainer Kirchdörfer schlug im Gespräch mit dem „Focus" Alarm: Die deutsche Wirtschaft blute langsam und weitgehend unbemerkt aus – eine Entwicklung, die das gesamte Geschäftsmodell Deutschlands als eine der führenden Exportnationen der Welt gefährde.

    Hohe Erwartungen, enttäuschende Bilanz

    Die Stiftung vertritt mehr als 600 mittlere und große Familienunternehmen. Kirchdörfer machte deutlich, dass die Enttäuschung in dieser Gruppe groß ist:

    „Unsere Familienunternehmen haben an diese Koalition sehr große Erwartungen gestellt, die bislang nicht erfüllt wurden. Das kann man nicht anders sagen."

    Erschwerend kämen externe Faktoren hinzu: Die USA unterminierten jede verlässliche Grundlage eines regelbasierten Welthandels, während die europäische Führung nicht einmal den selbst verursachten Bürokratie-Wahnsinn in den Griff bekomme. Die nationale Politik nehme er bislang nicht als Unterstützung wahr.

    Gewinne im Ausland, Standort im Stich gelassen

    Kirchdörfer beschrieb die Lage als doppelt tragisch: Die Familienunternehmen seien grundsätzlich bereit, in Deutschland zu investieren, und sich zum Standort zu bekennen. Doch erwirtschafteten sie ihre Gewinne zunehmend im Ausland, weil das Geschäft in Deutschland vielerorts kaum noch funktioniere. Wenn sie Investitionen dann ins Ausland verlagerten, würden ihnen genau diese Entscheidungen vorgeworfen – ein Widerspruch, den er scharf kritisierte.

    Keine positiven Signale beim Bürokratieabbau

    Scheitern sei für die aktuelle Regierung keine Option mehr. Beim Thema Bürokratieabbau habe er allerdings wenig Hoffnung – und beim Thema Staatsausgaben gar keine positiven Signale. Statt die Ausgaben endlich zu reduzieren, kreise das politische Denken „immer nur über neue Einnahmen via Steuern". Kirchdörfer appellierte abschließend an die Politik:

    „Unsere beiden wichtigsten Ressourcen sind die Familienunternehmen und die jungen Köpfe, die das Morgen gestalten sollten. Der Nachwuchs wie die Wirtschaft brauchen vernünftige Rahmenbedingungen. Mehr ist es eigentlich nicht."

    mit Material der DTS Nachrichtenagentur

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    Sebastian Fiebiger
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    Sebastian ist Dipl. Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 1998 für verschiedene Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in Projekten zur Krebsforschung, ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Seit 2004 leitet er die Redaktion. - Profil

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