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    Home»Nachrichten»EU-Kommissionspräsident Juncker: "Habe von Angela Merkel gelernt"

    EU-Kommissionspräsident Juncker: "Habe von Angela Merkel gelernt" - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion29.10.19↻ 21.07.22

    Jean-Claude Juncker, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Jean-Claude Juncker, über dts Nachrichtenagentur

    Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich nach eigenen Worten Einiges von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgeschaut.

    Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - "Ich habe Bedächtigkeit von ihr gelernt. Sie lebt nach dem Prinzip, dass die Kraft in der Ruhe liegt", sagte Juncker dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgaben): "Ich habe versucht, mir davon ein paar Scheiben abzuschneiden. Ich bin gelassener und ruhiger geworden."

    Juncker will weiter "aus der Kiste springen"

    Das halte ihn aber nicht davon ab, "aus der Kiste zu springen, wenn es nötig ist", sagte Juncker weiter. Merkel denke die Dinge vom Ende her, so der Luxemburger: "Sie nähert sich den Sachen naturwissenschaftlich an." Im Gegensatz zur Bundeskanzlerin sei der französische Staatspräsident Emmanuel Macron "spontaner und zugreifender", sagte Juncker: "Aber das führt nicht immer und nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis." Allerdings räumte Juncker ein, dass es in der griechischen Euro-Krise zu Unstimmigkeiten zwischen ihm und Merkel kam.

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    Juncker sagte: "Als ehemaligen Chef der Euro-Gruppe und dann als Kommissionspräsident hat es mich aufgeregt, dass einige Regierungen in Europa offenbar gar kein Problem damit gehabt hätten, Griechenland aus der Eurozone zu schmeißen." Das wäre der Beginn "eines Zersetzungsprozesses gewesen, dessen Folgen man nicht abschätzen konnte". Deswegen habe er sich "sehr dafür eingesetzt, dass die Würde des griechischen Volkes wieder beachtet wird", so Juncker: "Das ist viele Jahre lang vor allem im deutschsprachigen Raum nicht gemacht worden." Er habe mit Angela Merkel "immer einen regen und offenen Austausch gepflegt", sagte Juncker dem RND. "Gegen Ende der Griechenlandkrise hat Merkel aktiv daran mitgewirkt, dass die richtigen Lösungen gefunden wurden. Ich lag mit ihr 2010/2011 über Kreuz, weil sie unbedingt wollte, dass der Internationale Währungsfonds beteiligt wird. Ich glaube aber, dass sie die Dinge inzwischen genauso sieht wie ich."

    "Sie hat die Grenzen nicht geöffnet"

    Dagegen lobte Juncker die Art und Weise, wie Merkel die Flüchtlingskrise bewältigt habe. "Sie hat die Grenzen nicht geöffnet, das muss man offenbar immer wieder sagen. Im Gegenteil: Sie hat die Grenzen nicht geschlossen. Das ist ein gewaltiger Unterschied", sagte Juncker. "Wenn Angela Merkel die Grenzen geschlossen hätte, was ja auch in Deutschland zeitweise zur Debatte stand, dann wäre in Österreich und in Ungarn eine unmögliche Situation entstanden. Dann wären Hunderttausende von Menschen in den Alpen und auf dem Budapester Bahnhof festgesessen", so der EU-Kommissionspräsident: "Also statt Frau Merkel zu kritisieren, sollte sich Herr Orbán lieber bei ihr bedanken."

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