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    Home»Nachrichten»Ex-DGB-Chef Sommer wirbt für Widerspruchslösung

    Ex-DGB-Chef Sommer wirbt für Widerspruchslösung - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion16.01.20↻ 17.11.21

    Krankenhausflur, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Krankenhausflur, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere DGB-Chef Michael Sommer wirbt beim Thema Organspende für die doppelte Widerspruchslösung. Diese sieht vor, dass die Bürger als Spender angesehen werden - es sei denn, sie widersprechen: "Ich erwarte von den Menschen, dass sie sich einmal im Leben damit beschäftigen. Wenn sie widerrufen wollen, könnten sie dies jederzeit tun", sagte er der RTL/n-tv-Redaktion.

    Für einen Widerruf der Bereitschaft müssten auch keine Gründe genannt werden. Der Ex-DGB-Chef sprach dabei von einem "Grundverhalten menschlicher Solidarität". Denn bei der doppelten Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnten die Bürger auch durch "Passivität anderen Menschen helfen", nämlich dann, wenn der Widerspruch unterbleibt. Derzeit habe nicht einmal jeder dritte Bundesbürger einen Organspendeausweis. Uns fehlen Organe, "das führt dazu, dass wir Menschen nicht retten können, die wir retten könnten". Mithilfe der neuen Regelung könnte "jährlich 7.000 bis 10.000 Menschen" das Leben gerettet werden. Sommer warb dafür, dass der medizinische Fortschritt der Organtransplantation allen zur Verfügung stehe. Sommer erinnerte daran, dass die nun im Bundestag zur Abstimmung stehende doppelte Widerspruchslösung in anderen europäischen Ländern erfolgreich gelte. Zu diesen Staaten gehöre etwa Österreich. Dort seien dann auch Urlauber "automatisch Organspender", sofern sie nicht widersprochen haben. Die ebenfalls zur Abstimmung gestellte Regelung einer sogenannten Entscheidungslösung beinhaltet für Sommer zwei Fehler. Einerseits habe er massive Bedenken, die Entscheidung einer Organspende mit einem profanen Verwaltungsakt wie einer Ausweisverlängerung zu verbinden. Andererseits sei sie "nur eine Scheinlösung, denn die Bürger müssten sich nicht sofort entscheiden" und könnten damit "die Entscheidung wieder hinausschieben", sagte er weiter. "Ich will, dass sich die Menschen entscheiden müssen." Derzeit müssen die Bürger aktiv erklären, dass sie zur Organspende bereit seien. Zudem würden im Notfall die Angehörigen gefragt. Letzteres halte er "für die schlimmste Situation", sagte Sommer im RTL/n-tv-"Frühstart". Es sei auch eine Form der "Selbstbestimmung des Menschen zu sagen, `ja ich will` oder `ich will nicht` und das nicht seinen Angehörigen" aufzubürden. Sommer hatte vor sieben Jahren seiner Frau eine Niere gespendet. Dies sei auch eine "Art von Selbstschutz" gewesen, "wenn sie mit einem liebenden Menschen zusammen sind und den jeden Tag leiden sehen". Einschränkungen seit der Spende habe er nicht. "Es waren sieben geschenkte Jahre. Diese sieben Jahre nimmt uns niemand mehr."

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