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    Experten erwarten Comeback des IS in anderen Ländern - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion06.11.16↻ 11.10.24
    Islamischer Staat
    Islamischer Staat (Symbolfoto: Michael Wick | Shutterstock)

    Amman (dts Nachrichtenagentur) - Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wird nach Ansicht von Experten nach einer militärischen Niederlage in Mossul in neuer Form zurückkehren. Denn die Bedingungen, die im Irak und in Syrien zur Entstehung des IS geführt hätten, bestünden weiter, sagten die beiden jordanischen Islamismus-Fachleute Mohammad Abu Rumman und Hassan Abu Hanieh in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). Der IS werde wieder zuschlagen, sobald sich die Anti-IS-Koalition aus dem Krieg zurückgezogen und der IS sich neu organisiert habe, so die beiden Forscher, die zu den bekanntesten Kennern der dschihadistischen Bewegungen zählen.

    Lange Schlacht um Mossul

    Zunächst erwarteten sie aber eine "lange und komplizierte Schlacht" um Mossul. Der IS habe seine Anhänger auf eine Niederlage in Mossul eingestimmt. Der Führer des IS, Abu Bakr al Bagdadi, bezeichne die Schlacht als eine "Prüfung", die zeige, dass der IS auf dem "richtigen Weg" sei. Die beiden Forscher sagten, die ausländischen Kämpfer, die an die Utopie des IS geglaubt hätten, seien zwar enttäuscht, jedoch bereit, aus dem Gefühl der Rache in Europa Terroroperationen durchzuführen.

    Saudi-Arabien und Ägypten im Visier des IS

    Abu Hanieh und Abu Rumman sehen besonders Saudi-Arabien und Ägypten im Visier des extremistischen Islams. Da die Ursachen, die zu den Protesten des Jahres 2011 geführt haben, weiter bestünden, sei es "eine Frage der Zeit", bis es in der arabischen Welt zu neuen Rebellionen komme, so Abu Hanieh und Au Rumman. "Wir wissen aber nicht, ob die Menschen noch immer auf eine friedliche Revolution vertrauen." Die beiden Forscher erwarten, dass nach dem Ende der kolonialen Nationalstaaten die arabische Welt von Gewalt geprägt sein werde. In Europa habe es nach dem dreißigjährigen Krieg Versöhnung gegeben. "Wir haben diese Phase noch nicht erreicht, wir befinden uns erst in der ersten Stufe dieser Spirale der Gewalt."

    Kommentar

    Kommentar
    Sebastian Fiebiger
    Redaktion

    Was eine lange Schlacht um Mossul angeht, bin ich skeptisch. Ich rechne eher mit Auflösungserscheinungen als mit einer Schlacht bis zum letzten Bluttropfen. Schon deshalb, weil der IS sich neue Territorien suchen will und das Personal dafür braucht. Man wird sich eher zurückziehen und ein neues Machtvakuum abwarten.

    Klar ist aber, dass mit dem IS ein Blue Print für künftige Konflikte in islamisch geprägten Ländern geschaffen wurde.

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