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    Home»Nachrichten»Historiker sieht Coronakrise als Zäsur

    Historiker sieht Coronakrise als Zäsur - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion25.03.20↻ 16.11.21
    Foto: Mann mit Wasserflaschen und Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Mann mit Wasserflaschen und Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur

    Der Historiker Jörn Leonhard spricht im Zusammenhang mit der aktuellen Coronakrise von einer historischen Zäsur.

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - "Dass 2020 einen tiefen Umbruch markiert, den man noch vor Kurzem nicht in Ansätzen absehen konnte und der das Gefühl der relativen Sicherheit schwer erschüttert. Das kann man schon jetzt sagen", sagte Leonhard dem Nachrichtenportal Watson. In der Geschichte der Bundesrepublik sei nichts Vergleichbares passiert, so der Historiker.

    "Das hat eine neue Dimension."

    Die Maßnahmen der Bundesregierung hält er für sinnvoll. Insbesondere die Bundeskanzlerin mache aktuell einen "sehr guten Job". Auf die Frage, ob autoritäre Regime wie China effizienter auf Krisen reagieren, äußerte sich Leonhard kritisch: "Ich wäre sehr vorsichtig zu glauben, dass Demokratien einer solchen Krise hilflos ausgeliefert sind, weil sie viel individualistischer sind und die Menschen sich schneller gegen staatliche Regeln wenden." Er vertraue auf die erprobten politischen Mechanismen der Demokratie. "Man darf die Beharrungskraft, die Resilienz und die Kreativität von politischen Prozessen in Demokratien nicht unterschätzen."

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    Hinsichtlich einer gesteigerten Anerkennung für die nun in den Vordergrund geratenen "systemrelevanten Berufe" äußert sich der Historiker skeptisch. Es sei denkbar, dass diese nach der Krise mehr Anerkennung erführen, "aber die Erfahrung aus der Geschichte ist eher ernüchternd". Viele Gesellschaften hätten nach einer Krise ein eher kurzes Gedächtnis. "Ich würde es mir anders wünschen, aber ich glaube, sobald man einen Impfstoff hat und die Krise eindämmen kann, werden ganz andere Fragen in den Vordergrund rücken." Das Interesse an dem Lastwagenfahrer, der dafür verantwortlich war, dass Lebensmittel und Toilettenpapier erhältlich waren, werde nicht sehr lange anhalten. "So zynisch das leider klingen mag", so Leonhard.

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