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    Home»Nachrichten»IG-Metall glaubt nicht an dramatischen Konjunktureinbruch

    IG-Metall glaubt nicht an dramatischen Konjunktureinbruch - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion24.09.22
    Stahlproduktion, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Stahlproduktion, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Jörg Hofmann, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall, hält die stark gestiegenen Energiepreise für Unternehmen für "verkraftbar". Er befürchte keinen "extremen Einbruch" der Konjunktur, wie in der Coronakrise. "Wir stehen jedenfalls nicht am Abgrund", sagte er der "Welt am Sonntag".

    Eine pauschale Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sei übertrieben. Der Energiekostenanteil in der Metall- und Elektroindustrie liege schließlich bei durchschnittlich ein bis drei Prozent. "Die Energiepreise, die derzeit auch aufgrund von Knappheit und Spekulationen sehr hoch sind, können nicht Grundlage für langfristige Standortentscheidungen sein", so der Gewerkschaftschef. Beim Krisenmanagement der Ampel-Regierung sieht Hofmann "Licht und Schatten". Staatliche Unterstützung bräuchten nun vor allem kleine und mittlere Betriebe, die sich ohne Hilfen nicht am Markt halten könnten. In diesem Zusammenhang forderte der IG-Metall-Chef ein viertes Entlastungspaket der Bundesregierung, das sich vor allem auf Unternehmenshilfen fokussieren soll. "Ich glaube, dass mit einer Deckelung bei Strom und Gas schon viel getan wäre", meint Hofmann. "Der Wirtschaftsminister muss endlich konkrete Vorschläge beim Thema Energiekostenzuschüsse machen. Und zwar zügig", forderte er. Insbesondere energieintensive Handwerks- und Industriebranchen würden "diese Situation nicht lange durchhalten". Neben einer Strompreisbremse sei ein Gaspreisdeckel nötig. Hofmann bekräftigte zudem die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn in der aktuellen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. "Während der Pandemie gab es zwei Runden ohne eine reguläre Tariferhöhung. Auch im zweiten Quartal 2022, also nach Kriegsbeginn in der Ukraine, verzeichneten Metallunternehmen gute Geschäftsentwicklungen - teilweise die beste ihrer Firmengeschichte", sagte er. Es gebe keinen Grund für die Arbeitnehmer, auf ihren Anteil an dieser Entwicklung zu verzichten. "Und auch im dritten Quartal wird nicht nur das ein oder andere Unternehmen Best-ever-Ergebnisse ausweisen. Da bin ich mir sicher." Die steuerfreie Einmalzahlung von bis zu 3000 Euro werde sicherlich Teil der Tarifverhandlungen sein. Doch angesichts einer Inflation von rund acht Prozent und einer Prognose von bis zu neun Prozent im kommenden Jahr brauche es eine dauerhafte Entgeltentwicklung.

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