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    Immobilienwirtschaft befürchtet "gigantische Krise" - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion15.05.20↻ 16.11.21

    Wohnhaus, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Wohnhaus, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Immobilienwirtschaft befürchtet wegen anhaltender Konsumschwäche gravierende Auswirkungen für Einzelhändler und ihre Vermieter. "Wir stehen am Anfang einer gigantischen Krise", sagte Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, dem "Spiegel". Die Einzelhändler hätten binnen eines Monats rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren, die Eigentümer von Handelsimmobilien bis zu 70 Prozent der Mieterlöse eingebüßt.

    Auch für Mai und Juni sei trotz Wiederöffnung nur eine Teilzahlung zu erwarten. Keiner könne einen solchen Ausfall schadlos drei Monate durchhalten, kein Einzelhändler, aber auch kein Eigentümer, so der ZIA-Präsident weiter. Was demnächst leer stehe, sei in diesen Zeiten nur schwer wieder vermietbar. "Wir werden die Innenstädte, so wie wir sie seit Jahrhunderten erleben, im kommenden Jahr nicht mehr wiedererkennen", sagte Mattner. Besonders schwer hat die Coronakrise Einkaufszentren getroffen. Die Kundenfrequenz dort liegt nach Zahlen des Analyseunternehmens Hystreet niedriger als in den Fußgängerzonen. "Es geht in der jetzigen Phase nicht darum, Renditeziele zu erreichen", sagte Andreas Hohlmann, Deutschlandchef von Unibail-Rodamco-Westfield (URW), dem "Spiegel". Es gehe für Mieter und Vermieter ums Überleben. URW betreibt in Deutschland 24 Shoppingcenter, darunter das Centro in Oberhausen. Der ZIA schlägt ein Hilfsprogramm für Gewerbeimmobilien vor, das Modell ist auf ein Jahr ausgelegt: Händler zahlten die halbe Miete, Eigentümer verzichteten auf 25 Prozent, das restliche Viertel soll nach Vorstellung des Verbandes der Staat beisteuern. Die Lasten könnten nur gemeinsam geschultert werden, so der ZIA-Präsident. Die Krise werde andauern und sich bis weit ins kommende Jahr ziehen, erwartet er. "Der Niedergang steht schon fest, es geht nur noch darum, das Ausmaß zu begrenzen", sagte Mattner dem "Spiegel".

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