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    Home»Nachrichten»Richter wollen im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität Verstärkung

    Richter wollen im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität Verstärkung - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion10.12.22
    Justicia, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Justicia, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Zum Auftakt der Wirecard-Prozesses in München fordert der Deutsche Richterbund mehr Mittel im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität. "Gerade kleinere Staatsanwaltschaften stoßen bei komplexen Wirtschaftsstrafsachen an ihre Grenzen", sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds der "Welt am Sonntag". Er sprach von einem ungleichen Kräfteverhältnis zu spezialisierten Kanzleien, die über mehr Personal und eine bessere IT-Ausstattung verfügten.

    "Die Datenaufarbeitung und Datenauswertung ist in vielen Fällen der Flaschenhals", sagte Rebehn. "Deshalb sind Bund und Länder gemeinsam gefordert, deutlich mehr in die IT-Infrastruktur zu investieren und die Ermittlungsbehörden personell zu verstärken." Bezogen auf alle Bereiche der Strafverfolgung, fehlen den deutschen Staatsanwaltschaften und Strafgerichten Rebehn zufolge mehr als 1.000 Stellen. Besonders in kleineren Gerichten blieben komplexe Wirtschaftsstrafsachen deshalb mitunter länger liegen, weil sie durch vorrangige Haftsachen aus anderen Deliktsbereichen verdrängt würden. Auch die Besoldung bei Berufseinsteigern sei ein Problem. Diese liege im bundesweiten Schnitt bei etwa 55.000 Euro brutto pro Jahr. "Vergleichbar qualifizierte Juristen in Großkanzleien erhielten einer Vergütungsstudie zufolge schon vor fünf Jahren ein durchschnittliches Gehalt von 118.000 Euro auf der ersten Karrierestufe", sagte Rebehn. In den vergangenen Jahren habe die Justiz im Gehaltsvergleich mit Unternehmen und großen Anwaltskanzleien weiter an Boden verloren.

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