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    Home»Nachrichten»Gesundheitsämter verfolgen Kontaktpersonen unterschiedlich

    Gesundheitsämter verfolgen Kontaktpersonen unterschiedlich - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion23.09.20↻ 16.11.21
    Gesundheitsamt, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Gesundheitsamt, über dts Nachrichtenagentur

    Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die ein Coronavirus-Infizierter angesteckt haben könnte, wird offenbar von deutschen Gesundheitsämtern sehr unterschiedlich gehandhabt.

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das ist das Ergebnis einer Umfrage von "Süddeutscher Zeitung" (Donnerstagausgabe), NDR und WDR bei allen mehr als 380 deutschen Ämtern, auf die 152 Behörden detailliert antworteten. Demnach unterschied sich die Zahl der durchschnittlich ermittelten Kontakte pro Person im August stark zwischen den Bundesländern.

    In Sachsen 10 Kontaktpersonen pro Infiziertem

    Während Sachsen im Schnitt fast zehn Kontaktpersonen pro Infiziertem ermittelt hat, liegt der Wert in Baden-Württemberg bei 3,6. Noch größere Unterschiede findet man auf Landkreisebene: So hat das Gesundheitsamt des Landkreises Leipzig im August bei jedem Infizierten 25 enge Kontaktpersonen ermittelt und in Quarantäne geschickt, in Tübingen waren es hingegen lediglich 1,7 Kontaktpersonen pro Infiziertem. Im Durchschnitt ergaben sich bundesweit 4,9 enge Kontaktpersonen pro Infiziertem.

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    Eine Erklärung für die niedrigen Zahlen könnte sein, dass Kontaktpersonen im Ausland nicht einfließen. Begegnungen im Ausland, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, müssten Behörden zwar an das Robert-Koch-Institut melden. Doch wie oft dies tatsächlich geschehen ist und wie oft das RKI dann Behörden im Ausland kontaktiert hat, dazu erhebe man keine Daten, heißt es von dem Institut. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) räumte ein, dass der Austausch mit den europäischen Gesundheitsbehörden tatsächlich "mit sehr großem Aufwand verbunden" sei, weil "bei Einzelfällen daraus viel Arbeit erwachsen kann".

    Es bleibt also offen, wie oft die Kontaktverfolgung an der deutschen Grenze endet. Was Kontakte nur in Deutschland betrifft, vermeldeten die 152 Gesundheitsämter dagegen überwiegend Erfolge: 85,2 Prozent der Gesundheitsämter gaben in ihren Antworten an, dass es ihnen im August gelungen sei, alle tatsächlich zu erreichen. Weitere 13,4 Prozent gaben an, zu "fast allen" Kontakt aufgenommen zu haben. Demnach konnten fast 99 Prozent der Kontaktpersonen tatsächlich gefunden werden. Allerdings war die Transparenz der Länder in dieser Frage verschieden: Bayern untersagte den Recherchen zufolge seinen Gesundheitsbehörden schon früher, über ihre Lage Auskunft zu geben.

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