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    Home»Nachrichten»Wirtschaftsweise fordert hohes Preisgeld für Corona-Impfstoff

    Wirtschaftsweise fordert hohes Preisgeld für Corona-Impfstoff - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion04.04.20↻ 16.11.21

    Coronavirus, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Coronavirus, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die neue Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert von der Politik, ihre Anstrengungen zu erhöhen, um die Entwicklung und Ausbringung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus zu beschleunigen. "Eine Möglichkeit wäre, ein hohes Preisgeld für einen Corona-Impfstoff auszuloben, das Unternehmen dann aber zu einer kostengünstigen Lizenzierung an andere Unternehmen zu verpflichten. So könnte der Impfstoff rasch weltweit produziert werden", sagte Schnitzer der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe).

    Jetzt in der Krise sei es Zeit auch für unorthodoxe Maßnahmen, sagte die Münchner Wirtschaftsprofessorin, die am Mittwoch in das höchste Beratergremium der Bundesregierung berufen worden war. Der Bundesregierung stellte sie ein gutes Zeugnis aus. "Die Regierung hat sehr schnell gehandelt und ein umfassendes Hilfspaket auf den Weg gebracht." Das sei gut und richtig. "Denn die gesundheitspolitisch notwendigen Maßnahmen haben massiven Einfluss auf die Unternehmen." Forderungen aus der Wirtschaft nach einem raschen Ende der Beschränkungen erteilte sie eine Absage. "Ohne Shutdown würde die Zahl der Infizierten ungebremst steigen und das Gesundheitssystem überlasten. Das hätte auch negative Konsequenzen für unsere Wirtschaft." Die Arbeit der Ärzte und Pfleger, auch der Kassiererinnen nannte sie "heroisch". Das solle nicht nur mit lobenden Worten, sondern auch finanziell honoriert werden. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Arbeitgeber solche Zahlungen leisten würden, manche haben das ja sogar schon angekündigt. Auch der Staat als Arbeitgeber sollte seine Anerkennung so zum Ausdruck bringen." Mit Blick auf Europa forderte Schnitzer, dass Ländern wie Italien und Spanien jetzt rasch geholfen werde, ohne dass sie sich überschulden, "sonst ist die nächste Euro-Krise programmiert". Ihr hoher Schuldenstand erschwere es ihnen, die jetzt erforderlichen Ausgaben durch weitere Kredite zu finanzieren. "Hier ist der Zeitfaktor entscheidend. Corona-Bonds, so attraktiv sie in vielerlei Hinsicht wären, haben den Nachteil, dass es Monate, wenn nicht Jahre brauchen würde, um sie zu implementieren, weil sehr hohe institutionelle und rechtliche Hürden überwunden werden müssten." Das spreche dafür, eher auf ein bereits bestehendes Instrument wie den Rettungsfonds ESM zurückzugreifen und dieses Instrument entsprechend anzupassen. "Sich hier rasch europäisch zu einigen, ist nicht nur ein Gebot der Solidarität, sondern auch in unserem eigenen Interesse, schließlich sind wir in Europa wirtschaftlich sehr eng miteinander verbunden."

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