Finanzen
Gleitende Durchschnittslinie in der Chartanalyse (Chartindikator)

Gleitende Durchschnittslinie in der Chartanalyse

Gleitende Durchschnittslinie in der Chartanalyse

Der Begriff der „gleitenden Durchschnittslinie“ kommt aus der Chartanalyse. Eine solche Linie wird zum Linienchart eines Kurses hinzugezeichnet. Als Benutzer kann man den Zeitraum, über welchen hinweg der Durchschnitt gelten soll, wählen. Viele Dienste bieten folgende Zeiträume an: 38, 90, 100, 200 Tage. Bei professionellen Programmen ist dieser Zeitraum meinst frei wählbar.


Um diese Linie zu berechnen wird an jedem Punkt der durchschnittliche Aktienkurs über den gewählten Zeitraum berechnet.

Gleitende Durchschnittslinie Beispiel

Beispiel: Wenn die Kursentwicklung in den letzten Tagen wie folgt aussah: 8-9-6-7-5 und die gleitende Durchschnittslinie über 3 Tage gezeichnet werden soll, so muss 6+7+5 addiert und durch 3 geteilt werden. Die Durchschnittslinie hat zu diesem Zeitpunkt also einen Wert von 6 und verläuft aus diesem Grund oberhalb der Linie des Kurses.

Selbstverständlich muss heutzutage diese Berechnung nicht von Hand vorgenommen werden, sondern dies geschieht automatisch durch die Software.

Gleitende Durchschnittslinie – Verwendung

Die gleitende Durchschnittslinie wird verwendet um Trends in der Kursentwicklung feststellen zu können. Befindet sich beispielsweise die Linie des Durchschnitts weit über der Linie des Kurses, so kann dies ein Signal für eine unterbewertete Aktie sein. In anderen Worten: Der derzeitige Aktienkurs entspricht nicht der durchschnittlichen Performance innerhalb des gewählten Zeitraums.
Aufgrund dieser Tatsache gilt das durchbrechen der gleitenden Durchschnittslinie von oben (der Kurs geht also unter den Durchschnitt) als Verkaufssignal.

Wird die gleitende Durchschnittslinie als Trendindikator verwendet, sollte man möglichst einen größeren Zeitraum (mehr als 100 Tage) wählen, da es sonst zu oft zu Fehlindikatoren kommt.
Generell ist davon abzuraten, Kaufs- und Verkaufsentscheidungen von nur einem Indikator abhängig zu machen. Besonders Liniencharts eignen sich weniger als Indikatoren, da diese nur den Schlusshandelskurs eines Tages anzeigen, nicht aber die Kursschwankungen innerhalb des Tages oder das Handelsvolumen.

Man stellt fest, dass die Linie des gleitenden Durchschnitts verzögert und geglättet hinter dem echten Kurs läuft. Je länger der gewählte Zeitraum wird, desto träger reagiert die Linie auf Kursschwankungen. Dies hat den Vorteil, dass man besser die Kursentwicklung ablesen kann und nicht von kleineren Schwankungen „abgelenkt“ wird.

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