Hypersexualität
Sexsucht: So schlimm ist sie wirklich

Warum Sexsucht keine lustige Umschreibung für ein ausgefülltest Sexleben ist, welche Folgen sie hat und wie sie behandelt wird.

Sexsucht

Sexsucht – oft belächelt – ist sie ein ernstes Problem (Foto: Piotr Marcinski | Shutterstock)

Golfprofi Tiger Woods und Sandra Bullock-Ehemann Jesse James haben das Thema „Sexsucht“ wieder ins Gespräch gebracht. Von Männern oft mit einem abschätzigen Lächeln, das wohl am ehesten sagen soll „das ist normal und keine Krankheit“, abgetan, ist Hypersexualität, wie die Sexsucht medizinisch heißt, eine ernstzunehmende Störung.

Wie bei anderen Süchten treibt sie die Betroffenen häufig in die soziale Isolation und drängt alle anderen Lebensbereiche massiv zurück.

Die Schätzungen der Betroffenenzahlen reicht von einem bis knapp fünf Prozent der Bevölkerung. Rund 80 Prozent der Sexsüchtigen sind allerdings männlich.

Folgen der Sexsucht

Nicht selten führt Sexsucht in die Kriminalität. Der von anderen Süchten bekannte Drang zur Dosissteigerung macht die Sexualität zum Hauptlebensinhalt der Sexsüchtigen und endet in vielen Fällen in einem totalen Kontrollverlust. Wird der gesteigerte Sexualtrieb über käufliche Sexualität befriedigt, drohen finanzielle Probleme und „Beschaffungskriminalität“. Sexuell übertragbare Krankheiten sind eine weitere Gefahr für die Süchtigen.

Behandlung der Sexsucht

Während es in den USA bereits spezielle Therapiezentren für Sexsucht gibt, sind die Anlaufstellen in Deutschland noch rar. Hierzulande spielen vor allem Selbsthilfeorganisationen wie die „Anonymen Sexaholiker“ (AS) und die „Anonymen Sex- und Liebessüchtigen“ (SLAA) eine große Rolle. Die Therapie der Sexsucht fällt in das Aufgabengebiet der Psychotherapie.

Erfahrungsberichte?

Bist Du sexsüchtig oder hattest Du auf andere Weise Kontakt mit dieser Sucht? Schreib uns Deine Erfahrungen, Ergänzungen und Fragen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Du hilfst damit auch anderen Lesern.
5 Kommentare
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Kommentare:
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Zu diesem Beitrag gibt es schon 5 Kommentare. Diskutiere mit!
  • 🕝 David

    Ich möchte ja nicht beschreiten, dass es eine krankhafte Sexsucht gibt, doch: Kann man sich durch das „Ich bin Sexsüchtig“, vor allem als Prominenter, nicht leicht aus der Affäre ziehen?

    Gerade als Promi, wo einem Mann dann hübsche Frauen in Scharen hinterherlaufen, ist das Fremdgehen als Sexsucht abzutun einfacher als zuzugeben, dass Mann sich einfach nicht entscheiden konnte.

    Eine Sucht beginnt, wie in diesem Artikel auch geschrieben, sobald man sich isoliert und einen richtigen Drang dazu hat. Doch ob diese Faktoren bei bspw. Tiger Woods schon eintrafen?!

  • 🕝 Sina

    Ja. Genau wie Alkohol- und Drogenprobleme wird natürlich auch die Sexsucht gerne und häufig als Ausrede benutzt. Vor allem dann, wenn man die gehörte Ex zu einem Liebes-Comeback überreden will und auf ihr Mitleid baut.

  • 🕝 Frank Lavario

    Sich nur über ein paar Prominente auszulassen, führt nicht wirklich weiter. Wie Ende September aus dem Deutschen Suchtkongress veröffentlicht wurde, sind etwa 400.000 Deutsche von Sexsucht betroffen. Scham- und Schuldgefühle, sich fragen “bin ich eigentlich noch normal”, Partnerschaftsprobleme, heimliches (stundenlanges) Pornogucken… das sind viele der anfänglichen Probleme.

  • 🕝 ammy

    also ich war sexsuchtig habe eine therapie gemacht und es hat mir sehr geholfen.

  • 🕝 anonym

    Sexsucht ist für Betroffene ein persönliches Problem/Krankheit das man nicht an Prominenten messen sollte, die sich öffentlich dazu bekennen, es kann in jeder Bevölkerungsschicht vorkommen und ist nicht in jedem Fall eine Ausrede,

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