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    Home»Nachrichten»Bundeswehr-Generalinspekteur betrachtet Erfolge Kiews mit Skepsis

    Bundeswehr-Generalinspekteur betrachtet Erfolge Kiews mit Skepsis - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion14.09.22↻ 15.09.22
    Ukrainische Flagge, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Ukrainische Flagge, über dts Nachrichtenagentur

    Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn kann bislang keine echte Gegenoffensive der Ukrainer erkennen.

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - "Ich bin mit den Begriffen vorsichtig", sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus. Er sehe allenfalls "Gegenstöße, mit denen man Orte oder einzelne Frontabschnitte zurückgewinnen, aber nicht Russland auf breiter Front zurückdrängen kann".

    Winter wird Leid nicht mindern

    Auch der herannahende Winter werde "das Leid nicht mindern - im Gegenteil". Die ukrainische Armee agiere zwar "klug, bietet selten eine Breitseite und führt souverän und sehr beweglich die Operationen". Und "noch vor zwei Wochen hätte ich gesagt, dass der gesamte Donbass in sechs Monaten in russischer Hand ist". Heute sage er: "Das werden sie nicht schaffen." Aber ob die Ukrainer wirklich die Kraft für eine Gegenoffensive hätten, bezweifelt Zorn, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr: "Sie bräuchten eine Überlegenheit von mindestens 3 zu 1."
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    Zorn verteidigte zugleich die bisherigen deutschen Waffenlieferungen: "Die Liste ist beachtlich, quantitativ wie qualitativ. Wir haben mit den Niederländern zusammen ein ganzes ukrainisches Bataillon mit der Panzerhaubitze 2000 ausgestattet, hinzu kommt der MLRS Mehrfachraketenwerfer. Beides kam aus eigenen Beständen. Die letzten der 30 Geparden wurden gerade an die Ukrainer übergeben. Darüber hinaus haben wir unzählige Fahrzeuge, Munition und Ausrüstung geliefert. Mit IRIS-T schicken wir ein Raketenabwehrsystem, das wir selbst gerne hätten. Wir werden die Ukraine so lange unterstützen wie nötig."

    Putin versteht nur eine Frage

    Er warnt aber vor weiteren Waffenlieferungen: "Mein Rat ist wirklich, unsere Zahlen anzuerkennen: Alles, was wir abgeben, brauchen wir zurück." Putin verstehe nur eine Sprache, "das ist die der Macht". Für eine wirkungsvolle Abschreckung brauche man die entsprechenden Kräfte. "Unsere Partner zählen auf uns."

    Zweite Front?

    Im Focus bekräftigte Zorn seine Befürchtung, dass Russland eine zweite Front aufmachen könnte und nannte mögliche Angriffsorte: "Kaliningrad, die Ostsee, die finnische Grenze, Georgien, Moldau - es gibt viele Möglichkeiten." Die Fähigkeiten habe Putin. "Auch wenn etwa 60 Prozent seiner Landstreitkräfte im Ukraine-Krieg gebunden sind, verfügen die Landstreitkräfte sowie vor allem die russische Marine und Luftwaffe noch über ungebundene Kapazitäten. Würde Putin eine Generalmobilmachung anordnen, hätte er auch keine Personalprobleme." Am Donnerstag und Freitag findet in Berlin eine große Bundeswehrtagung statt, bei der neben Zorn auch Verteidigungsministerin Lambrecht und Kanzler Scholz Reden halten werden.

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