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    Home»Nachrichten»DIW-Chef: "Es braucht ein großes Konjunkturprogramm"

    DIW-Chef: "Es braucht ein großes Konjunkturprogramm" - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion31.03.20↻ 16.11.21

    Marcel Fratzscher, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: Marcel Fratzscher, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Um die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, muss der Staat nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, ein milliardenschweres Konjunkturpaket auflegen. "In der zweiten Phase der Krisenbewältigung müssen wir uns darum kümmern, dass die Wirtschaft wieder ans Laufen kommt. Dafür braucht es auch ein großes Konjunkturprogramm", sagte Fratzscher dem Nachrichtenportal T-Online mit Blick auf die Zeit nach der ersten akuten Phase der Krisen-Eindämmung.

    Konkret könne ein solches Programm mehrere Instrumente umfassen. Naheliegend seien etwa Steuersenkungen und Erleichterungen bei den Sozialbeiträgen für Unternehmen, so der DIW-Chef. "Der Staat könnte aber auch gezielt Forschung und Entwicklung unterstützen, indem er Innovationsziele setzt", so der Ökonom weiter. Langfristig sinnvoll sei es, "die Nachfrage durch öffentliche Investitionen anzustoßen". Dadurch ließe sich etwa auch die Digitalisierung vorantreiben sowie der Klimaschutz. "Da die Corona-Krise aber auch für Arbeitslosigkeit und geringere Einkommen sorgen wird, können in der kurzen Frist auch Steuererleichterungen für die Bürger helfen", sagte Fratzscher. "Möglich wäre etwa eine temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer", so der DIW-Chef weiter. Zum finanziellen Volumen eines solchen Pakets sagte der Ökonom: "Wir sollten uns darauf einstellen, dass der Staat für ein solches Paket mindestens so viel veranschlagen muss wie für die bereits beschlossenen Programme zur aktuellen Krisenbewältigung." Diese beliefen sich derzeit auf unter 150 Milliarden Euro. Dass der Staat dafür weitere Schulden aufnehmen müsse, sei klar. "Zumindest in den nächsten drei Jahren wird die schwarze Null keine Rolle mehr spielen. Wenn alles gut geht, haben wir sie danach wieder", sagte Fratzscher dem Nachrichtenportal T-Online mit Blick auf den ausgeglichenen Haushalt im vergangenen Jahr.

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