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    Home»Nachrichten»IW-Studie: Behörden hinken bei KI-Kompetenz hinterher

    IW-Studie: Behörden hinken bei KI-Kompetenz hinterher - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion15.07.26
    Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
    Foto: Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die öffentliche Verwaltung in Deutschland hinkt beim Aufbau von KI-Kompetenzen hinterher. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Dafür werteten die Forscher knapp 13 Millionen Online-Stellenanzeigen aus dem Jahr 2025 aus.

    Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Von insgesamt 190.858 Stellenausschreibungen der öffentlichen Verwaltung enthielten lediglich 0,7 Prozent einen Bezug zu Künstlicher Intelligenz. Damit liegt die öffentliche Verwaltung deutlich hinter der Privatwirtschaft zurück, wo der Anteil mit 1,5 Prozent mehr als doppelt so hoch ist. Besonders groß ist der Rückstand auf kommunaler Ebene: Dort lag der Anteil sogar nur bei 0,3 Prozent.

    IW-Forscher und Studien-Mitautor Jan Büchel sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, der niedrige Stellenanteil mit KI-Bezug deute darauf hin, dass die Effizienzvorteile, die KI für die Verwaltungsmodernisierung biete, bislang noch nicht umfassend genutzt würden. Besonders alarmierend sei, dass in 43 Prozent der Kreise Deutschlands noch keine einzige KI-Stelle in der öffentlichen Verwaltung ausgeschrieben werde. Dies deute darauf hin, dass KI bislang noch kein flächendeckender Modernisierungstreiber der öffentlichen Verwaltung sei und der KI-Kompetenzaufbau stattdessen nur in vereinzelten Vorreiterbehörden umfassend angegangen werde.

    Dabei wächst der Handlungsdruck. Schon heute klagen viele Behörden über Personalmangel, gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte in den Ruhestand. KI könnte Verwaltungsmitarbeiter vor allem bei wiederkehrenden Aufgaben unterstützen und dadurch Kapazitäten für komplexere Fälle schaffen. Bürger und Unternehmen könnten von kürzeren Bearbeitungszeiten bei Anträgen und Genehmigungen profitieren.

    Nach Einschätzung der Autoren wird Künstliche Intelligenz in Behörden bislang jedoch häufig als reine IT-Aufgabe verstanden. Büchel betonte, KI-Kompetenz sei nicht nur auf Fachebene, sondern ebenfalls in Führungspositionen wichtig, da dort KI-Governance strategisch verantwortet und umgesetzt werde. Wichtig sei, dass KI auch als Managementaufgabe anstatt als rein technische Aufgabe verstanden werde. Nur so könnten Behörden gemeinsame Standards entwickeln, Beschäftigte beim Wandel mitnehmen und Vorbehalte abbauen.

    Bleibt der Aufbau entsprechender Kompetenzen aus, dürfte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Büchel warnte, der akute Fachkräftemangel, der sich perspektivisch noch weiter verschärfen werde, setze die öffentliche Verwaltung unter Druck. Gelinge es dagegen, KI sinnvoll einzusetzen, könnten Kapazitäten bei Beschäftigten frei werden und für Bürger sowie Unternehmen könnte dies kürzere Bearbeitungszeiten bei Genehmigungen und Anträgen bedeuten.

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