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    Krankenkassen melden überraschend gute Finanzzahlen - Nachrichten

    News RedaktionNews Redaktion04.06.21↻ 06.08.22
    DAK, über dts Nachrichtenagentur
    Foto: DAK, über dts Nachrichtenagentur

    Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kurz nachdem das Bundeskabinett einen Rekordzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen hat, geben die Krankenkassen überraschend gute Finanzdaten für das erste Quartal bekannt. Der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben ist laut eines Berichts der FAZ (Samstagausgabe) nicht nur besser als erwartet, sondern auch besser als vor einem Jahr, als die Corona-Pandemie gerade begonnen hatte. So haben die Ersatzkassen in den ersten drei Monaten einen Überschuss von 435 Millionen Euro erzielt.

    Vor Jahresfrist hatten sie noch ein Defizit von 542 Millionen verzeichnet. Auch die Innungskrankenkassen verbuchen jetzt ein Plus von 49,2 Millionen Euro, nachdem sie im ersten Quartal 2020 noch ein Minus von 99 Millionen eingefahren hatten. Die Knappschaft weist zwar einen Verlust von 20 Millionen Euro aus, vor einem Jahr war er mit 58 Millionen aber fast dreimal so groß gewesen. Aus der Reihe in der an sich günstigen Entwicklung tanzen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Sie verzeichneten zwischen Januar und März 2021 eine Unterdeckung von 563 Millionen Euro. Damit hat sich das Minus im Vorjahresvergleich um 128 Millionen Euro erhöht.Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Angaben der Versicherungsverbände.

    Die Daten der Betriebs- und der Landwirtschaftskassen liegen noch nicht vor, doch ist schon jetzt klar, dass das Ergebnis der mehr als 100 gesetzlichen Krankenversicherungen insgesamt besser ausgefallen ist als im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit. Damals betrug das Defizit 1,3 Milliarden Euro, diesmal erreicht es den bisherigen Daten zufolge etwa 100 Millionen Euro. Die Kassenfinanzen sind in der Corona-Pandemie gehörig durcheinandergeraten. Bestimmte Ausgaben steigen angesichts der Krankheitswelle und auch wegen der Hygiene- und Testerfordernisse. Einnahmeseitig schlagen sich Kurzarbeit und Rezession negativ nieder. Auf der anderen Seite werden Behandlungen und Operationen zurückgestellt: um Platz für Covid-19-Fälle zu schaffen, aber auch weil Patienten aus Angst vor Ansteckung von sich aus den Krankenhäusern, den Praxen, den Therapeuten oder der Rehabilitation fernbleiben.

    Der Nettoeffekt von "Corona" ist immer noch unklar, auch weil niemand weiß, wie viele der teuren Behandlungen und Eingriffe nachgeholt werden. Gewiss ist jedoch, dass ganz unabhängig davon die Defizite im System seit Jahren steigen. Deshalb hat die Regierung den Bundeszuschuss erhöht, der regulär 14,5 Milliarden Euro im Jahr beträgt. Für 2021 beläuft sich die Extrasumme aus Steuermitteln auf 5 Milliarden Euro. 2022 soll sie, wie soeben im Kabinett vereinbart, sogar 7 Milliarden erreichen, so dass der Bundeszuschuss insgesamt 21,5 Milliarden Euro erreicht - mehr als je zuvor. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ursprünglich sogar 27 Milliarden gewollt.

    Das Argument, die Zuwendungen von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) stiegen womöglich übertrieben stark, lassen die Kassen nicht gelten. Allein vom ersten Quartal aus ließen sich "keine Rückschlüsse auf das Gesamtjahr 2021 ziehen, denn es ist maßgeblich von verschiedenen Sondereffekten (mit teilweise entgegengesetzten Wirkungen) beeinflusst, die das tatsächliche Bild deutlich verzerren", teilte der Verband der Ersatzkassen mit.

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