
Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf den Thüringer Landesverband ihrer Partei BSW. Die Gründerin verlangt, die Koalition mit Union und SPD in Erfurt zu beenden. Bei einem Beschluss des Vorstands könne es nicht bleiben, sagte sie dem "Stern".
"Wir dürfen so nicht weitermachen"
Auch an der Basis in Thüringen gebe es die Forderung, die Koalition zu beenden. Die Beteiligung an der Regierung habe das BSW enorm viel Glaubwürdigkeit gekostet und sei ein Geschenk an den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke und den Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. "Wir dürfen so nicht weitermachen", erklärte Wagenknecht.
Sonderparteitag im Gespräch
Nach Informationen des "Stern" wird im BSW über einen Sonderparteitag in Thüringen gesprochen, der im Herbst eine neue Landesspitze wählen soll. Die Führung um Wagenknecht war allerdings schon 2025 mit dem Versuch gescheitert, die heutige Landeschefin und Finanzministerin Katja Wolf abzuwählen.
Bundesvorstand stellt Forderung
Per Umlaufbeschluss hatte der Bundesvorstand das Thüringer BSW am Donnerstag aufgefordert, die Koalition mit Union und SPD unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) zu verlassen. "Wir haben als Bundesvorstand jetzt noch mal klargestellt, was wir von der Thüringer Fraktion erwarten", sagte Wagenknecht. Das BSW dürfe nicht länger eine Koalition und einen Ministerpräsidenten stützen, die bei der großen Mehrheit der Wähler jede Glaubwürdigkeit verloren habe. "Wir stehen definitiv nicht mehr für Brandmauer-Koalitionen zur Verfügung, die dem Wähler nichts bringen und die AfD nur immer stärker machen."
mit Material der DTS Nachrichtenagentur
