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    KI-Aktie: Claude geht an die Börse » Anthropic reicht Antrag ein

    Der ChatGPT-Rivale Anthropic hat den Börsengang offiziell eingeleitet und könnte schon in diesem Herbst an die Börse gehen. Aber hinter den hohen Zahlen steckt auch ein riskanter Wettlauf.
    Sebastian FiebigerSebastian Fiebiger02.06.26↻ 02.06.26
    Anthropic
    Der Claude-Macher Anthropic will an die Börse (Foto: Mijansk78 | Shutterstock)

    Anthropic reicht den Antrag ein

    Es ist offiziell: Anthropic, das US-Unternehmen hinter dem Chatbot "Claude", hat am Montag bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang eingereicht.

    Zu den Details hält sich das Unternehmen bedeckt. Wie viele Aktien zu welchem Preis ausgegeben werden, ist noch nicht bekannt. Der eigentliche Start hänge von den Marktbedingungen ab, heißt es seitens Anthropic.

    Klar ist nur der grobe Fahrplan. Irgendwann zwischen Oktober und Mitte November 2026 soll es losgehen.

    Aus dem Forschungslabor wird ein großer Konzern

    Anthropic ist erst fünf Jahre alt. 2021 haben ehemalige Führungskräfte des Konkurrenten OpenAI das Unternehmen gegründet. Sie wollten eigene Wege gehen.

    Aus dem einst kaum bekannten Forschungslabor ist inzwischen einer der wertvollsten KI-Konzerne geworden. Aktuell wird das Unternehmen mit rund 965 Milliarden Dollar bewertet, umgerechnet etwa 840 Milliarden Euro.

    Damit hat Anthropic seinen Konkurrenten OpenAI bei der Bewertung überholt. Der ChatGPT-Erfinder ist zuletzt auf gut 850 Milliarden Dollar gekommen.

    Woher das viele Geld kommt

    Die Grundlage für den Börsengang hat eine große Finanzierungsrunde gelegt. Ende Mai hat Anthropic bei privaten Investoren 65 Milliarden Dollar eingesammelt. Das war eine der größten Finanzierungsrunden, die es in der Tech-Welt je gegeben hat.

    Bislang mit an Bord sind nicht nur klassische Investoren, sondern auch große Tech-Konzerne. Allein der Online-Händler Amazon hat rund fünf Milliarden Dollar beigesteuert.

    Beim Börsengang will Anthropic weiteres Kapital aufnehmen, Schätzungen zufolge 25 bis 35 Milliarden.

    So verdient Anthropic Geld

    Anders als manch anderes KI-Start-up kann Anthropic bereits echte Einnahmen vorweisen. Hochgerechnet kommt das Unternehmen inzwischen auf einen Jahresumsatz von rund 47 Milliarden Dollar.

    Das Geld stammt sowohl von Unternehmen als auch von Privatnutzern, die "Claude" zum Programmieren, Recherchieren und für den Arbeitsalltag nutzen. Erst vergangene Woche hat Anthropic mit Claude Opus 4.8 sein bislang leistungsstärkstes Modell vorgestellt.

    Für das zweite Quartal 2026 wird erstmals ein operativer Gewinn erwartet. Ein Novum in der sonst hochdefizitären Branche.

    Das Rennen mit OpenAI und SpaceX

    Anthropic ist mit seinen Börsenplänen nicht allein. Auch OpenAI und Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX arbeiten an Börsengängen.

    Dass ausgerechnet Anthropic zuerst Nägel mit Köpfen macht, hat viele Branchenexperten überrascht. Bisher war erwartet worden, dass OpenAI voranprescht. Der frühe Start verschafft Anthropic nun einen erheblichen Vorteil bei den Anlegern.

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    Sebastian Fiebiger
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    Sebastian ist Dipl. Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 1998 für verschiedene Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in Projekten zur Krebsforschung, ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Seit 2004 leitet er die Redaktion. - Profil

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