
Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dessen Umbildung der Regierung kommt vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU). "Jeder Tumult macht Vertrauen kaputt. Jetzt haben wir mit den Reformen doch gerade erst gezeigt, dass die Bundesregierung es kann. Und dann wird das mit so einer schlecht durchgeführten Regierungsumbildung einfach weggewischt", sagte Schnieder der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).
Die Entlassung seines Bruders
Schnieder bemängelte außerdem den Ablauf der Entlassung seines Bruders, des Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder (CDU). Nachdem Merz dem Minister seine Abberufung mitgeteilt hatte, sagte dessen designierter Nachfolger in der Nacht ab. Patrick Schnieder wiederum hatte am Morgen Kollegen über seine Entlassung informiert, und das drang an die Öffentlichkeit. Hätte der Kanzler ihm ein Zeichen gegeben, wäre es nicht zu einer solchen Situation gekommen, die das Ganze unschön gemacht habe, sagte der Ministerpräsident. Er sei "stolz", dass sein Bruder die "Hängepartie" beendet habe und zurückgetreten sei.
"Loyalität ist keine Einbahnstraße"
Die scharfe Kritik an Merz, die daraufhin aus seiner Landtagsfraktion in Mainz kam, verteidigte Schnieder. Die Botschaft sei gewesen: "Loyalität ist keine Einbahnstraße". "Wir haben als Partei und Fraktion auch in schwierigen Monaten immer hinter dem Bundeskanzler gestanden. Die Fraktion kam dann offensichtlich an den Punkt, wo sie gesagt hat: So geht man nicht miteinander um", sagte Schnieder der FAS.
Handschlag nur als Ministerpräsident
Die Unzufriedenheit, in der Schnieder die Ursache für den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sieht, geht aus seiner Sicht auch auf die Bundesregierung zurück. Als Ministerpräsident gibt Schnieder Leuten der AfD die Hand, als Abgeordneter und Privatmann verzichtet er aber darauf. "Da sage ich `Guten Tag`, das ist das Mindestmaß an Anstand, das ich jedem entgegenbringe."
mit Material der DTS Nachrichtenagentur
