• Home
  • Magazin
  • Men
  • Blog
  • Style
  • Finanzen
  • Gesundheit
  • Reise
  • Stars
  • Lifestyle
  • Sport
  • Tech
  • Wissen
  • Fragen
Finanzen

Saisonalität an der Börse: Der Aktien-Crash kommt im Juni

Sell in May?

Sell in May? (Foto: monsitj | Bigstock)

Jedes Jahr im Mai bieten die Kapitalmärkte das gleiche Bild. Die Optimisten unter den Finanzjournalisten und Börsenbeobachtern versuchen, die Sommerally herbeizuschreiben. Dabei ist der Blick auf die Historie der Kapitalmärkte ernüchternd – wer im Mai investiert, gehörte bislang zu den Verlierern im Börsengeschäft. Es gibt unter erfahrenen Börsianern bereits eine „Weisheit“ zu diesem Fakt:

Englisch: Sell in may and go away
Deutsch: Verkaufe im Mai und verschwinde

Die Aktienmräkte folgen einer Saisonalität. Dabei sind die Sommermonate statistisch die Schwächeren. So hat zum die Zeitschrift Going Public 2002 ermittelt, daß der Zeitraum Mai-Oktober der statistisch schlechteste 6-Monatszeitraum zum Investieren ist. Ein Investor, der stets in diesem Zeitraum auf den Dax gesetzt hätte, hätte über einen Zeitraum von 25 Jahren nichts verdient. Ein Investement von November bis April hingegen hätte über 700% abgeworfen. (aktueller Stand: Mai-Nov -37% / Nov-Apr +733%)

Der Crash kommt im Juni

Wasser auf die Mühlen der Pessimisten geben nicht nur die Langzeitstatistiken. Auch Arch Crawford – Amerikas bekanntester Börsenastrologe – prophezeit nichts Gute für die kommenden Monate. Er sagt für die zweite Hälfte dieses Jahres einen regelrechten Börsencrash voraus. Als Begründung liefert er die aktuelle Sternenkonstellation, bei deren Auftreten die Börsen bisher immer gecrasht sind. Der Einbruch der Börsen wird seiner Ansicht nach weit über die üblichen, saisonalen Kurseinbrüche hinausgehen und bis Ende 2004 oder gar Anfang 2005 anhalten.

Die Kurseinbrüche der Vorjahre sind seiner Ansicht nach erst der Anfang einer tiefen Depression, die ihren Tiefpunkt in den Jahren 2008-2010 finden könnte. Für Crawford sind die Börsen noch immer eine aufgeblasene Seifenblase, die nun zu platzen droht.

Wer ist Arch Crawford?

Wer ist dieser Mann, der den Börsen den Untergang prophezeit? Nun, man kann von der Börsenastrologie halten was man will – Crawford ist ein Meister seines Fachs. Er wird immer wieder als der bekannteste „Wallstreet-Astrologe“ zitiert und seine Prognosen finden in der Finanzszene viele offene Ohren. Crawford beschäftigt sich schon seit über 40 Jahren mit der astrologischen Finanzanalyse. Dabei kam er ursprüglich aus dem Bereich der technischen Analyse und ist erst durch einen Zeitungsartikel auf die Sterndeuterei aufmerksam geworden. Sein Interesse war geweckt. Er verglich die Börsenhistorie mit bekannten Sternkonstellationen und kam zu dem Ergebnis, daß die Börse mit Hilfe der Gestirne austaunlich präzise zu prognostizieren sei.

Seinen Börsenbrief gibt es auch in Deutsch

Seit 1977 gibt Crawford seinen eigenen Börsenbrief – die „Crawford Perspectives“ – heraus und hat durch seine spektakulären Prognosen stets für Aufsehen gesorgt. So soll er den Crash am 11.September 2001 und den Crash von 1987 vorausgesehen haben. In deutscher Übersetzung erscheint sein Börsenbrief unter dem Titel „Astroinvestments“ monatlich im Finanzbuch Verlag.

Wir hatten Gelegenheit, uns zwei Ausgaben anzusehen. Neben konkreten und be/bilderten Ratschlägen zum Börsengeschehen enthält der fünfseitige Börsenbrief allerlei Prognosen zum weltpolitischen Geschehen. Der Monat April wurde als der „einer der gewalttätigsten und explosivsten der Geschichte“ prognostiziert.

Was rät Crawford seinen Anlegern?

Seiner Ansicht nach, sollten sich Anleger vor allem mit Gold gegen den drohenden Crash rüsten. Aber auch Anleihen und Währungen rohstoffreicher Länder stehen auf seiner Kaufliste.

Crawford steht mir seinen Versuchen, die Börse über Sternenkonstellationen zu prognostizieren nicht allein. Astrologen in der ganzen Welt versuchen, ihr Wissen über die Sterne auch an der Börse in bare Münze zu verwandeln. Dabei werden sogar Horoskope für Aktien, Indizes und einzelne Investoren erstellt. Während Warren Buffets und Peter Lynchs Sterne wohl einzigartig günstig stehen, würden viele Börsianer sich vergeblich bemühen. Ohne die Sterne auf seiner Seite, sei einfach kein Gewinn zu machen – so die Meinung vieler Börsenastrologen.

Ein persönlicher Kommentar – Börsenastrologie aus Sicht eines leidenschaftlichen Börsianers

Bei einem kontroversen Thema wie Börsenastrologie kann ich mich eines persönlichen Kommentars nicht enthalten. Als Mensch, der eher an die weltlichen Dinge als an Vorbestimmung und Schicksal glaubt, fällt es mir schwer, einen Zugang zu derartigen Prognosemethoden zu finden. Es fehlt einfach am greifbaren Ursache-Wirkungsprinzip.

Crawfords Trefferquote

Crawfords Analysen werden mit einer Trefferquote von 60-70 Prozent zitiert. Aus meiner Erfahrung als aktiver Trader weiß ich, daß viele meiner Kollegen über änliche Ergebnisse verfügen und trotzdem permanent Geld verlieren. Aus meiner Sicht, ist es nicht die Trefferquote, die über Sieg oder Niederlage entscheidet. Ich halte es da eher mit George Soros, der immer betonte:

„Es ist wichtig, dass ich, wenn ich falsch liege, weniger verliere, als ich gewinne, wenn ich richtig liege.“

Wer beispielweise in den vergangenen Jahrzehnten die vielen kleinen Kursrückgänge richtig prognostizierte, die großen Aufschwünge aber verpaßt hat, wird wenig Freude an seinem Depot gehabt haben. Auf Crawfords amerikanischer Website findet sich ein track record mit Lobeshymnen seiner Beobachter. Hier fällt auf, daß für die Haussejahre 1998-2000 keine Einträge vorhanden sind. Es stellt sich also die Frage, ob Crawford einer jener Crashpropheten ist, die zwangsweise irgendwann einmal recht haben?

Kein Monat des Grauens

In den mir vorliegenden Briefen prognostiziert er jedenfalls Dinge, die mit einfacher Logik ebenso gut vorhersagbar sind. Die Prognose, daß sich die Welt im Frühjahr 2004 nicht plötzlich in einen friendlichen Planeten verwandeln wird, dürfte keine astrologischen Studien erfordern. Der besagte „gewalttätigste und explosivste“ Monat der Geschichte blieb allerdings aus – auch wenn Crawford das in der folgenden Ausgabe (gemessen an der Zahl der toten Soldaten im Irak) anders darstellt. Insgesamt haben wir in den vorangegangenen Monaten wohl mehr Gewalt gesehen.

Mein Fazit

Absolut schädlich halte ich seine Prognosen für Börsianer, die nicht wirklich daran glauben. Denen dürfte nämlich schon die eigene Psychologie beim Anwenden der Empfehlungen ein Schnippchen schlagen. In kritischen Situationen kommen allzu schnell Zweifel an den Positionen auf, die häufig in irrationalen Aktionen enden. (das typische Zögern und Zittern – zwischen Angst und Hoffnung) Wer daran glaubt und ergänzend zu den Prognosen ein vernünftiges Moneymanagement betreibt, kann mit Crawfords Prognosen wahrscheinlich mindestens ebenso viel Erfolg wie mit anderen Timinginstrumenten haben. Denn mit dem richtigen Moneymanagement funktioniert auch das Auswürfeln bzw. der bekannte Börsenaffe als Auswahlstrategie.

Für die Märkte sehe ich – abgesehen von kleineren, saisonalen Korrekturen im Sommer – im Gegensatz zu Crawford eher gute Zeiten. Die Erholung des Jahres 2003 dürfte sich aus meiner Sicht auch 2004 und 2005 fortsetzen.


Redaktion


Eure Meinung zählt! Was haltet Ihr von Börsenastrologie und Crawfords Crashprognose?

Sagt uns Eure Meinung – im Kommentarsystem. Das Kommentarsystem findet Ihr unter jeden Artikel und funktioniert ohne lästige Anmeldung.

Dein Kommentar:
« Diane Krüger – Die Schöne aus „Troja“
» Kolumne: Und plötzlich war ich doch ein Spießer