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Indikatoren und Börse – Indikatoren in der Chartanalyse und Fundamentalanalyse

Indikatoren in der Chartanalyse und Fundamentalanalyse

Indikatoren in der Chartanalyse und Fundamentalanalyse

Der Begriff „Indikator“ kommt aus dem Lateinischen „indicare“ und ist allgemein als „anzeigen“ zu übersetzen. In der chemischen Analyse von Stoffen zeigt ein als Indikator eingesetzter Stoff durch die Veränderung seiner Farbe das Vorhandensein von anderen Soffen an.

An der Wertpapierbörse kommt der Begriff „Indikator“ ebenfalls vor, genauer gesagt, er ist bei der technischen Analyse der Aktienkurse anzutreffen.

Die technische Analyse der Aktienkurse wird durch die so genannten Charts vorgenommen. Ein Chart ist eine Art grafische Darstellung des Aktienkurses eines Wertpapiers (zum Beispiel einer Aktie). Ein „Indikator“ bei einem Chart hat ähnlich wie bei der chemischen Analyse eine anzeigende Funktion.

Chartindikatoren

Die Spezialisten, die die verschiedenen Chartformen benutzen und durch sie Analysen der Aktienkurse vornehmen, Chartisten genannt, können die Charts lesen, deuten, die vergangenen Kursverläufe der Aktien statistisch analysieren und dadurch auch ihre zukünftige Entwicklung voraussagen. Dazu stehen ihnen als Instrumente die verschiedenen Chartformationen (Figuren) und die Indikatoren zur Verfügung.

Ein „Indikator“ ist eine mathematisch ermittelbare Größe, die auf der Basis von geschichtlichen Kursen (zum Beispiel Höchstkurse, Tiefstkurse, Schlusskurse) die zu erwartenden Kurse errechnen lassen kann.

Die Chartanalyse benutzt die „Indikatoren“, um die voraussichtliche Kursentwicklung nicht nur im Sinne von steigenden oder fallenden Kursen vorhersagen zu können, sondern vor allem um passende Zeitangaben (auch Signale genannt) zum Handeln (Kaufen oder Verkaufen) machen zu können.

Arten von Indikatoren

Die Indikatoren werden in mehreren Gruppen unterteilt. Die wichtigsten darunter sind wie folgt:

• Die „Trendfolger“ sind die Indikatoren, die Trends anzeigen. Dazu muss sich jedoch ein Börsentrend schon gebildet haben. Ist das der Fall, folgen ihm diese Indikatoren und generieren gleichzeitig Signale.

• Die „Oszillatoren“ sind die Indikatoren, die um eine Mittellinie „oszillieren“ (schwingen) und Hochs und Tiefs anzeigen, die Signale generieren.

• Die „Trendintensitätsindikatoren“ prüfen die Intensität der Trends und helfen dadurch die Signale der Trendfolgern bzw. der Oszillatoren zu vergleichen, um die Handelentscheidung jeweils nach den Signalen der Trendfolgern bzw. der Oszillatoren zu fällen.

• Die „Sentimentindikatoren“ testen die Stimmung (Optimismus bzw. Pessimismus) der Börsianer und werden als Kontraindikatoren bezeichnet, da sie gegen das „Sentiment“ (das Gefühl) der Börsianer eingesetzt werden.

• Die „Marktstrukturindikatoren“ (auch „Aktienmarktindikatoren“ genannt) messen die Marktbreite und zwar nach Gewinnern bzw. Verlierern, wodurch sie den momentanen Marktzustand charakterisieren.

• Die „Volatilitätsindikatoren“ berechnen die Schwankungen des Wertpapiermarktes und sind vor allem für Händler von Optionen besonders hilfreich, für die die Marktvolatilität von höchster Bedeutung ist.

So aussagekräftig die Indikatoren als mathematische Größen auch sind, den größten Nutzen zur Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung zum richtigen Zeitpunkt bringt ihre Anwendung immer nur in Kombination mit allen anderen Methoden zur Marktanalyse und Kursbeurteilung.

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