• Home
  • Magazin
  • Men
  • Blog
  • Style
  • Finanzen
  • Gesundheit
  • Reise
  • Stars
  • Lifestyle
  • Sport
  • Tech
  • Wissen
  • Fragen
Lifestyle

Lady Cool – Wenn man sich in die falsche Frau verliebt

Lady Cool ist gefährlich

Lady Cool ist gefährlich (Foto: master1305 | Bigstock)

Es könnte Christina, Judith oder Yvonne sein oder Beate, Heike oder Petra. Spielt letztendlich keine Rolle. Ebensowenig was sie tut – Geschäftsführerin, Kosmetikerin, Studentin, Friseurin, Steuerberaterin, Model oder Wissenschaftlerin.

Sie ist einfach plötzlich da. Und das ist Wahnsinn.

Du begegnest ihr in der U-Bahn, in einem Cafe, im Kino, auf einem Konzert, wo du unter Einsatz deines Lebens mit den sieben Pappbechern für deine Freunde durch die Menge drängelst. Du verfällst ihr fast augenblicklich. Du willst ihren Körper UND ihre Gedanken. Und du hast dich nicht getäuscht: sie ist intelligent, witzig, sehr lässig, überzeugend, aufregend, faszinierend, eigenwillig – sie ist einfach wahnsinnig cool.


Du hängst an ihren Lippen, jedes Wort, jede Geste bedeutet etwas. Wie sie sich mit den Händen über ihre Augenbrauen streicht, wie sie sagt: „Entschuldige mich mal einen Moment“ , um dann für Jahre zu verschwinden – die 15 Minuten, die sie auf dem Klo braucht.

Sie schlürft Deine Drinks

Wie sie die Worte wählt, mit denen sie dich über dich fragt, wie ihr Blick deinen sucht, wie sie tanzt, wie sie so ganz zufällig deinen Arm berührt, wie sie über die Musik spricht, über ihre Freunde, ihren Job, über das, was sie mag und was nicht. Wie ihre Stimme klingt, wenn sie lacht, wie sie das Leben durchschaut. Das wunderbare Lächeln, wenn sie von ihrem Ex redet und sie dir damit zu verstehen gibt, dass sie bereit ist, sich auf mehr einzulassen als diesen Abend, wie sie den Stift hält, wenn sie dir ihre Handynummer aufschreibt. Wie sie in ihr Auto einsteigt und tausendmal besser Auto fährt als du selbst, wie sie so zeitlos durch einen Raum geht, wie sie riecht…du würdest sie unter allen Frauen der Welt an ihrem Geruch erkennen – alles ein einziger Wahnsinn.

Sie schlürft Deine Drinks

Sie läßt sich nicht von dir einladen, sie läßt sich nicht die Tür aufhalten oder in die Jacke helfen und das alles mit einem dankbaren Lächeln im Gesicht. Und dann liegst du neben ihr in deinem Bett. Und sie mutiert von einer Sekunde zur nächsten zur absoluten Hingabe, sie stellt Sachen mit dir an, von denen du gar nicht wußtest, dass sowas überhaupt möglich ist, sie fordert, sie gibt, sie nimmt…und wenn sie dann eingeschlafen ist, bist du plötzlich hellwach und willst keine Sekunde verpassen, du willst sie immer nur ansehen. Du siehst sie und dich schon beim Frühstück sitzen und die Welt kann dir gar nichts mehr, ausser dich mal zu können. So ist das.

Entschuldigung, hatte ich schon gesagt, dass es ein einziger Wahnsinn ist?

Am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Du findest einen Zettel: „Ich ruf dich dann mal an“, mit der sie die Antwort auf deine ungestellte Frage, wann du sie denn wiedersehen kannst, vorweggenommen hat. Du schleichst ins Bad, willst aber gar nicht duschen, weil du glaubst ihr Duft hinge immer in der Wohnung und auch an dir.

Ab jetzt beginnst du dein Handy in der Hosentasche zu tragen, damit du bloß ihren Anruf nicht verpasst. Du checkst alle drei Minuten das Display und den Akkustand. Du kontrollierst ständig deine e-mails und schließlich hältst du es am Nachmittag nicht mehr aus und schickst ihr eine sms. Aber sie meldet sich nicht zurück. Du beginnst dich zu beruhigen – wahrscheinlich ist ihr Akku leer. Du schätzt ungefähr ab, wie lange denn der Akku bräuchte, würde er jetzt gerade aufgeladen, bis er voll wäre. Du bemerkst nicht, dass das einfach zu viel Konjunktiv ist. Schließlich, nach tausend Ewigkeiten, rufst du sie am Abend an. Wenn du jetzt Glück hast, existiert die Nummer wirklich. Aber sie geht nicht ran. Du quatschst irgendwelchen Unsinn auf ihre mailbox: „Bist du gut nach Hause gekommen, wollte nur mal hören….“

Du denkst nicht mehr klar

Wenn du jetzt Pech hast, gibts die Nummer gar nicht. Das Spiel wiederholt sich in den nächsten Tagen, Wochen vielleicht. Du wartest. Du wartest, dass sie sich vielleicht meldet. Du versuchst es über die Auskunft – immer wieder. Und wenn du das dritte Mal bei der selben Stimme landest, gibst du es auf, weil sie dich dort dann wahrscheinlich für einen Psychopathen halten würden.

Du denkst nicht mehr klar

Jede deiner Handlungen und Worte überprüfst du: was würde sie jetzt dazu sagen? Und irgendwann beschleicht dich dieses Gefühl, dass du doch dein eigenes Klischee erfüllen musst. Sei ein Mann, verdamt, war doch nur eine Frau, war doch nur eine Nacht, nichts reales. Du hältst diese Fassade ein bisschen aufrecht, so ungefähr drei Minuten, um dann wieder in deinem Bett nach ihrem Geruch zu suchen.

Du gehst in einen Plattenladen und suchst nach der Musik, die ihr gehört habt, kaufst alle CD`s, die du finden kannst. Du trinkst, was sie getrunken hat, du schreibst in dein Terminkalender alle Gedanken auf, alle Gefühle und hoffst, dass du ihr das alles irgendwann vorlesen kannst.

„Ich ruf dich an, morgen. Du ich muss. Bis dann“

Deine Freunde wollen sich plötzlich nicht mehr mit dir treffen, weil du nur von ihr redest. Dein Blick dabei ist der eines hinkenden Boxerhundes. Die Schatten unter deinen Augen lassen sich nicht mehr von einer Sonnenbrille verbergen. Und überhaupt – Sonnebrille im Regen.

Du gehst immer wieder zu diesem Ort, wo du sie getroffen hast und wartest – den Eingang fest im Blick. Wenn du Glück hast, kommt sie irgendwann wieder durch diese Tür und wenn du noch mehr Glück hast, erkennt sie dich sogar wieder. Aber heute ist sie mit Freunden hier und um die muss sie sich kümmern. In der Aufregung vergißt du sie nach ihrer richtigen Handynummer zu fragen und schon ist sie wieder verschwunden. Oder du fragst sie tatsächlich danach und sie lächelt dieses wahnsinnig coole Lächeln, an das du dich so gut erinnern kannst: „Ach ja, sorry, du, tut mir leid, ich hab eine neue Nummer. Ich ruf dich an, morgen. Du ich muss. Bis dann.“ Du wirst das Gefühl nicht los, dass sie deinen Namen vergessen hat, aber du haust diese Angst platt wie eine Mücke auf deinem Arm: es juckt und du kratzt. Am nächsten Tag hockst du vor der Glotze und schon wieder checkst du alle drei Minuten dein Handyakku. Und wunderst dich, dass du schon wieder nichts mehr zu trinken im Kühlschrank hast.

Irgendwann, ist wieder plätzlich eine da

Wenn du Pech hast, kommt sie mit einem anderen Kerl in den Laden und übersieht dich geflissentlich – sehr cool eben. Wahrscheinlich bist du dann zu stolz ihr eine Szene zu machen, du findest das wahrscheinlich zickig und betrinkst dich hemmungslos. Was natürlich in ihren Augen völlig uncool ist. Und obwohl du weißt, dass es nichts ausmachen wird, machst du einfach weiter. Und wenn du noch mehr Pech hast, siehst du sie nie wieder – oder solltest du nicht besser sagen: Glück?

Und dann, irgendwann, ist wieder plötzlich eine da: eine Christina, Judith oder Yvonne, Beate, Heike oder Petra. Ähm, Entschuldigung, ich weiß nicht, ob ich es schon sagte, aber es ist Wahnsinn, oder?

Naaa… auch schon mal auf Lady Cool getroffen oder Mr. Wrong?

Schreib Deine Meinung ins Kommentarsystem. Unter jedem Artikel – ganz ohne Anmeldung!

Kommentieren?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,67 von 56 Stimmen
Loading...

Weitere Artikel zum Thema:
Kommentare:
Diskutieren, Fragen & Erfahrungsaustausch:
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Schreib einen!
Dein Kommentar:
« Schlachtfeld Gartenzaun – Wenn der Nachbar zum Feind wird
» Umfrage – Frauen und ihre „beste Freundin“