
Zwei Wochen vor dem Start der neuen Bundesligasaison kritisiert Matthias Tillmann, Vorstandsvorsitzender von Aufsteiger FC Schalke 04, die Verteilung der Fernsehgelder im deutschen Profifußball. In der Bundesliga sei die Spreizung bei den Einnahmen aus dem Fernsehen besonders groß, viel größer etwa als in der englischen Premier League, sagte Tillmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Das schade der Attraktivität der Liga. Ein Wettbewerb, bei dem fast immer schon vorher feststehe, wer am Ende gewinnt, sei eben nicht besonders interessant.
Schalke auf dem vorletzten Platz der Geldtabelle
Wie viel Geld ein Bundesligaklub aus dem Topf der Fernseheinnahmen bekommt, hängt unter anderem vom sportlichen Abschneiden in den fünf vorangegangenen Spielzeiten ab. In dieser Geldtabelle steht Schalke nun auf dem vorletzten Platz. Mit einem großen ausverkauften Stadion und vielen Fans in der ganzen Republik sorge sein Verein auch für hohe Einschaltquoten im Fernsehen, sagte Tillmann der FAS. "Trotzdem bekommen wir jetzt weniger aus dem TV-Topf als 16 andere. Kann das richtig sein?"
Kritik an der Eigenkapitalregel
Auch die Eigenkapitalregel der Bundesliga kritisierte Tillmann. Für Schalke 04 bedeutet sie, dass der Klub in der kommenden Saison einen Überschuss von rund 10 Millionen Euro erwirtschaften muss, um einem Punktabzug zu entgehen. Dafür brauche man absehbar Sondererlöse, zum Beispiel aus Spielerverkäufen, sagte Tillmann. Für den sportlichen Wettbewerb sei das ein Riesennachteil. Hintergrund der Auflage ist, dass die Bilanz derzeit ein negatives Kapital von knapp 100 Millionen Euro ausweist. Kein anderer Bundesligaverein ist in einer vergleichbaren Lage. Die Regel berücksichtige die Vermögenswerte des Klubs zu wenig, sagte der Klubchef. Allein das Schalker Stadion, das mehrheitlich dem Verein gehört, sei mehr als 100 Millionen Euro wert.
mit Material der DTS Nachrichtenagentur
