
Donald Trump droht damit, die Straße von Hormus zum "Territorium der Vereinigten Staaten" zu erklären. Der US-Präsident sprach die Drohung in einer Rede vor angehenden Polizisten auf Long Island im Staat New York aus. Um ein Ende des Krieges gegen den Iran bemüht sich seine Regierung derweil weiter ohne Erfolg.
Nadelöhr des Welthandels
Durch die Meerenge läuft normalerweise rund ein Fünftel aller Ölexporte, die weltweit per Schiff transportiert werden. Sie gilt deshalb als eines der wichtigsten Nadelöhre des globalen Handels. Er werde sie "ziemlich bald" zu US-Gebiet erklären, kündigte Trump an. Die Gespräche über einen Frieden mit Teheran kommen derzeit nicht voran. Seit die USA und Israel im Februar angegriffen haben, ist die Route nahezu komplett gesperrt, und der Iran lehnt es ab, sie wieder freizugeben. Fast ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn ist keine Einigung in Sicht. Mit einer Blockade der iranischen Häfen und der Schifffahrt des Landes wollen die USA den Iran wirtschaftlich unter Druck setzen.
"Wir haben die Blockade"
Trump sagte: "Nachdem wir mit der Niederlage des Iran fertig sind, der sehr schlimm besiegt wird, werde ich ziemlich bald die Straße von Hormus zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären." Und weiter: "Im Wesentlichen ist es das, was es ist. Wir haben die Blockade. Keine Schiffe kommen durch, es sei denn, wir wollen es." Offen blieb zunächst, wie ernst Trump das meint und ob dahinter ein neuer politischer Kurs seiner Regierung steht. Schon früher hatte er die "totale Kontrolle" der USA über die Meerenge für sich reklamiert. Dabei handelt es sich um internationales Gewässer zwischen dem Iran und Oman.
Teheran lässt sich nicht einschüchtern
Drohungen und militärische Machtdemonstrationen schüchterten Teheran nicht ein, sagte Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi. Die Kontrolle über die Straße von Hormus liege allein beim Iran. Ob sein Land wieder mit Washington spricht, ist nach den Worten von Außenminister Abbas Araqchi noch nicht entschieden. Bei den Kontakten über Katar und Pakistan handle es sich nicht um Verhandlungen. Mit Oman rede man nur darüber, eine Seeroute festzulegen. Bevor wieder Schiffe fahren könnten, müssten die USA Bedingungen erfüllen.
Benzinpreise stark gestiegen
Seit Kriegsbeginn ist Benzin deutlich teurer geworden. Trump rechtfertigte das. Wer "ein winziges bisschen mehr" zahle, trage dazu bei, dass ein "sehr böses Land" nicht an eine Atomwaffe komme. Eine Entschuldigung dafür werde es von ihm nicht geben. Mehrfach hat die US-Regierung in den vergangenen Monaten erklärt, den Krieg gewonnen zu haben, und behauptet, die Führung in Teheran bitte um eine Einigung. Der Iran stellt seinerseits Forderungen. Dazu gehören eine "Korrektur" des amerikanischen Verhaltens, volle Entschädigung für die Schäden des Krieges, ein Ende der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Gelder ohne Bedingungen.
mit Material der DTS Nachrichtenagentur
